Monatsreport 11-24Jugendsozialarbeit im Paritätischen |
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| Zum Scheitern der Koalition: Statement von Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes |
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Das Scheitern der Koalition biete die Chance, die Politik der Spaltung zu beenden und bislang blockierte Zukunftsaufgaben wie die Bekämpfung der Kinderarmut, die Sicherung der Renten und die sozial-ökologische Klimawende umzusetzen, so Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. In seinem Statement zum Ampel-Aus fordert er die demokratischen Parteien dazu auf, schnellstmöglich mit dem Bundeshaushalt 2025 für soziale Sicherheit zu sorgen. Jede Verzögerung gefährde die Arbeit von gemeinnützigen Gesundheitsdiensten, Kitas, Pflegediensten, Beratungsstellen, Frauenhäusern und vielen anderen unverzichtbaren Initiativen. Dr. Joachim Rock warnt davor, dass eine ausbleibende Unterstützung Freiwilligendienste, Projekte der Demokratieförderung oder Jugendmigrationsdienste existenziell gefährden würde. Wenn diese schließen müssten, hätte das nicht nur massive Auswirkungen für die Betroffenen, sondern für Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt. |
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Stellungnahme des Paritätischen Gesamtverbandes zum Entwurf des SGB III-Modernisierungsgesetz sowie den geplanten Verschärfungen beim Bürgergeld |
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Der Paritätische Gesamtverband hat zum Entwurf des SGB III-Modernisierungsgesetzes sowie zu den geplanten Verschärfungen im Bürgergeld, die in das Gesetz einbezogen werden sollen, eine Stellungnahme abgegeben. Die ursprünglich geplanten Regelungen des SGB III-Modernisierungsgesetzes nehmen aus Sicht des Paritätischen Gesamtverbands wichtige Weichenstellungen vor, die eine wirksame Unterstützung und Beratung junger Menschen im Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf sowie eine starke Kooperation der Rechtskreise in den Jugendberufsagenturen betreffen. Die zentrale Kritik des Paritätischen Gesamtverbandes setzt an den geplanten Verschärfungen im Bürgergeld an. Diese nehmen wesentliche Anliegen der Bürgergeldreform, wie einen vertrauensvollen Umgang mit den Leistungsberechtigten sowie eine Stärkung der Förderung und Qualifizierung für eine nachhaltige Integration in Erwerbsarbeit, zurück. Stattdessen setzt die Bundesregierung mit den Maßnahmen wieder auf die alten Ansätze der Hartz-IV-Regelungen. Insbesondere werden Sanktionen deutlich verschärft, die Zumutbarkeit in Bezug auf Pendelzeiten und die Verpflichtung zu einem Umzug erhöht und die Karenzzeiten beim Schonvermögen von zwölf auf sechs Monate verkürzt. Gleichzeitig werden Ausgaben für die Arbeitsförderung der Jobcenter stark gekürzt. Diese Politik geht an den tatsächlichen Problemen der Langzeiterwerbslosen und den Notwendigkeiten für eine gelingende soziale und berufliche Integration weitgehend vorbei. Mit dem begleitenden Diskurs und den Maßnahmen wird die Verantwortung für eine unzureichende Erwerbsintegration den betroffenen Erwerbslosen zugeschoben. Der Paritätische Gesamtverband kritisiert diesen Kurswechsel mit Nachdruck. |
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BIBB-Fachbeitrag: Jugendberufsagenturen als Beitrag zu inklusiver Übergangsgestaltung zwischen Schule und Beruf |
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Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat mit „Jugendberufsagenturen als Beitrag zu inklusiver Übergangsgestaltung zwischen Schule und Beruf“ einen neuen Fachbeitrag zur beruflichen Bildung veröffentlicht. Der Fokus liegt auf der Frage, wie Jugendberufsagenturen aus einer menschenrechtlichen Perspektive, wie jener der UN-Behindertenrechtskonvention, zu einer inklusiven Übergangsgestaltung beitragen können. Die Publikation verbindet systematische Überlegungen mit Expert*inneninterviews und Perspektiven junger Menschen. Sie beleuchtet die Voraussetzungen, die Jugendberufsagenturen erfüllen sollten, um sich als Teil inklusiver Infrastrukturen im Übergangsprozess zu etablieren. Dazu gehören die Entwicklung der Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb der Jugendberufsagentur, die Entwicklung eines multiprofessionellen Fallverständnisses, die Gewährleistung einer qualitätsvollen Übergangsbegleitung, die Institutionalisierung integrierter, flexibler Hilfen in der regulären Berufsausbildung sowie die Partizipation junger Menschen und der Abbau von Barrieren. Die herausgearbeiteten Ergebnisse bieten Jugendberufsagenturen Chancen zur weiteren fachlichen Fundierung, Organisationsentwicklung, multiprofessionellen Fallarbeit und zum Abbau von Barrieren. |
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Selbstbestimmungsgesetz tritt in Kraft |
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Das Gesetz über die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag (SBGG) ist am 1. November 2024 in Kraft getreten. Das SBGG wird es für trans-, intergeschlechtliche und nichtbinäre Personen leichter machen, ihren Geschlechtseintrag und ihre Vornamen ändern zu lassen. Die Änderung erfolgt durch eine Erklärung gegenüber dem Standesamt. Das SBGG tritt an die Stelle des Transsexuellengesetzes (TSG) von 1980, das das Bundesverfassungsgericht in wesentlichen Teilen und mehreren Entscheidungen für verfassungswidrig erklärt hat. Das Gesetz tritt außerdem an die Stelle der derzeitigen Regelung in § 45b des Personenstandsgesetzes (PStG), die sich auf intergeschlechtliche Menschen ("Personen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung") bezieht. Das Bundesverfassungsgericht hat wiederholt klargestellt, dass das Grundgesetz auch das Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung schützt. Durch das SBGG wird die Verwirklichung dieses Rechts erleichtert. |
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Leitlinien der AGJ zum Umgang mit der AfD und anderen rechtsextremistischen und rechtspopulistischen Akteuren |
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Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ hat Leitlinien zum Umgang mit der AfD und anderen rechtsextremistischen und rechtspopulistischen Akteuren veröffentlicht. So sollten Fachkräfte und Träger Haltung zeigen, indem sie ihre Werte offensiv nach außen vertreten. In den Strukturen und Organisationen sollte die Orientierung an den Menschen- und Kinderrechten, insbesondere am Recht auf gewaltfreies Aufwachsen, deutlich gemacht, gelebt und eigene Gesellschaftsentwürfe eingebracht werden. Um der Normalisierung rechtsextremistischer und rechtspopulistischer Denk- und Sprechmuster entgegenzuwirken, muss der Blick für deren treibende Kräfte im eigenen Umfeld geschärft werden. Versuche der Instrumentalisierung scheinbar harmloser Themen sowie Selbstinszenierungen der AfD als „Opfer“ des Systems sollten durch wissensbasierte Argumente entlarvt werden. Es braucht eine gesellschaftspolitische Debatte über die Frage, wie wir miteinander leben wollen. Die Kinder- und Jugendhilfe kann und muss Diskursorte schaffen, die für junge Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungshintergründen offen stehen und in denen sie Beteiligung und Selbstwirksamkeit erleben. Zugleich muss Demokratie- und Menschenfeindlichkeit entgegengetreten und gesellschaftlicher Zusammenhalt und demokratisches Miteinander in den Vordergrund gerückt werden. Um Einschüchterungsversuchen wirksam zu begegnen, ist es wichtig, eine offene Diskussionskultur innerhalb der Strukturen und Organisationen zu fördern, in der über Ängste und Drucksituationen gesprochen werden kann. Eine weitere Strategie besteht darin, rechtliche und fachliche Beratung frühzeitig einzuholen, um auf Drohungen und Angriffe professionell reagieren zu können. Auch die eigenen Mechanismen der Selbstzensur und deren Wirkungen sollten sich bewusst gemacht werden. Nötig sind außerdem neue Formate zur Vermittlung politischer Prozesse und Entscheidungen, ein Vermitteln und Erfahrbarmachen von Zukunftszuversicht und mehr Kommunikation mit jungen Menschen jenseits der üblichen Kanäle. Wenn es zu diskriminierenden und menschenverachtenden Anfeindungen kommt, ist Solidarisierung das oberste Gebot, sowohl auf der individuellen als auch auf der organisationalen Ebene. In diesem Zusammenhang ist auch die Bildung lokaler oder regionaler Bündnisse für Demokratie und gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bedeutsam, denn sie können Organisationen und Fachleuten einen wichtigen Rückhalt bieten. |
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Schwerpunkt „Kinder- und Jugendhilfe im Kontext Rechtsextremismus“ auf dem Portal der Kinder- und Jugendhilfe |
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Auf dem Portal der Kinder- und Jugendhilfe wurde eine neue Magazinseite mit dem Schwerpunkt „Kinder- und Jugendhilfe im Kontext Rechtsextremismus“ veröffentlicht. Dort finden Sie aktuelle Meldungen aus dem Themenfeld der Kinder- und Jugendhilfe, die sich mit den aktuellen politischen Entwicklungen, der Demokratiebildung und dem Umgang mit rechtsextremen Einflüssen auseinandersetzen. Die Seite bietet außerdem Übersichten zu Beratungsstellen, Terminen, Materialien, Projekten sowie Institutionen, die sich mit dem Umgang mit Rechtsextremismus und der Sicherung der Demokratie auseinandersetzen. |
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Neues aus dem Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit |
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Stellungnahme zum Expert*innenforum Startchancenprogramm |
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Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit hat im Rahmen des Expert*innenforums Startchancen (ExSta) Stellung zum aktuellen politischen Prozess aus Sicht der Jugendsozialarbeit genommen. Durch ihre doppelte Verankerung in beiden maßgeblichen Systemen (Schule / Kommune und Kinder- und Jugendhilfe) sei die Schulsozialarbeit eine zentrale Akteurin für die Schulentwicklung sowie auch die Erreichung der Ziele des Startchancen-Programms. Als fachliche und politische Vertretung der Jugendsozialarbeit sowie der Schulsozialarbeit setzt sich der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit für deren starke Rolle im Startchancen-Programm ein. Er fordert, die Expertise der Schulsozialarbeit / Jugendsozialarbeit im Startchancen-Programm verbindlich einzubeziehen, um eine systematische Zusammenarbeit relevanter Professionen an den Startchancen-Schulen zu etablieren und Parallelstrukturen zu vermeiden. |
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Digitaler Fachtag "Inklusive Zugänge in Ausbildung für junge Menschen gestalten"5. Dezember 2024 10.00 Uhr bis 15.15 Uhr online
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Eine Ausbildung und berufliche Qualifizierung sind wesentliche Herausforderungen für junge Menschen auf dem Weg in ein eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Leben. Die Zugänge zum und die Strukturen des Ausbildungssystems sind jedoch nicht inklusiv gestaltet. Vor besonderen Herausforderungen stehen junge Menschen ohne Schulabschluss, mit Hauptschulabschluss, mit Migrationshintergrund und auch junge Eltern. Auch jungen Menschen mit Behinderung werden zu wenig Chancen auf dem regulären Ausbildungs- und Arbeitsmarkt eröffnet. Auf dem Fachtag sollen diese jungen Menschen beim Übergang von der Schule in die Ausbildung fokussiert und verschiedene Ansätze dargestellt werden, wie die Zugänge und Strukturen des Ausbildungssystem inklusiver ausgestaltet werden können. Die Teilnahme ist kostenfrei. |
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Inforeihe Kinder, Jugend und Familie: Unsichtbare Barrieren: Wie Rassismus und Klassismus junge Menschen prägen 11. Dezember 2024 10.00 Uhr bis 11.30 Uhr online |
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Klassismus und Rassismus sind zentrale Diskriminierungsformen, die das Leben junger Menschen maßgeblich prägen. Klassismus bezeichnet die Diskriminierung aufgrund von Klassenherkunft und Klassenzugehörigkeit, während Rassismus auf der Zuschreibung einer vermeintlich „ethnischen“ Herkunft basiert. Thema der Inforeihe ist auch die Verschränkung dieser Diskriminierungen (Intersektionalität) und ihre Auswirkungen auf die Jugend. Ziel ist es, Fachkräften und Interessierten Ansätze für eine diskriminierungssensible Jugendarbeit zu vermitteln und aufzuzeigen, wie sie junge Menschen nachhaltig unterstützen und stärken können. |
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