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Projekt

Inklusion psychisch kranker Menschen bewegen

Praxisleitfaden Soziale Träger in den Rollen als Mieter und Vermieter

Im Rahmen der Arbeit des Paritätischen Gesamtverbandes gab es immer wieder Gespräche zur problematischen Situation der Arbeit sozialer Träger im Zusammenhang mit der An- und Vermietung von Wohnraum. Als Mieter und Vermieter sind soziale Träger Partner in zwei unterschiedlichen Verträgen mit jeweils verschiedenen Vertragspartnern und unterschiedlichen Rechten und Pflichten. Hier möchte der Praxisleitfaden aufmerksam machen, sensibilisieren und nützliche Hinweise geben.   link



 

Im Rahmen des Projektes „Inklusion psychisch kranker Menschen bewegen“ werden insgesamt drei Erhebungen durchgeführt. Sie alle haben zum Ziel, die Barrieren und Möglichkeiten zur Verbesserung der Wohnraumsituation von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zu ermitteln. 

Zunächst wurden die Erfahrungen von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen mit dem Thema Wohnen aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer der gemeindepsychiatrischen Versorgung in den vier Modellregionen des Projektes (Berlin, Main-Kinzig Kreis, Münster und Zittau) erfasst. Die Ergebnisse dienen als  Ansatzpunkte für regionale Maßnahmen und auf Bundesebene zur Erarbeitung von entsprechenden politischen Forderungen.

Wohnen und Teilhabe - Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen - Ergebnisse und Handlungsempfehlungen, Patrick Bieler, Institut für Europäische Ethnologie Berlin und Sabine Bösing, Der Paritätische Gesamtverband, link

 

In einem weiteren Schritt wurden die Perspektiven der im Projekt beteiligten Trägerorganisationen ermittelt. Neben den Geschäftsführungen wurden auch Mitarbeitende aus den Abteilungen des Trägers angesprochen, die psychisch erkrankte Menschen bei Fragen rund um das Thema Wohnen unterstützen. Im Fokus stand dabei, die Situation der im Projekt tätigen Träger darzustellen, Einschätzungen und Meinungen zu sammeln und die in Zukunft notwendigen Veränderungen zu erheben und für weiteren fachlichen Austausch aufzubereiten.

Wohnen für Menschen mit psychischen Erkrankungen aus Sicht der Träger der psychiatrischen Versorgung, Peter Heuchemer, Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V., link

 

 

link Seiten aus Umschau  - Sabine Bösing, Peter Heuchemer (2017) "Bezahlbarer Wohnraum für Menschen mit psychischen Erkrankungen", in Psychosoziale Umschau, 32. Jahrgang, 042017, S. 8-9

link Wohnen in einem reichen Land - In Wohnungslos, 59. Jahrgang, Nr. 2-3/2017, BAG Wohnungslosenhilfe (Hrsg.) S. 72-75

Der aktuelle Sonderband der Zeitschrift „Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit (TUP)“ beschäftigt sich mit den Aspekten einer Sozialen Wohnungspolitik. Weitere Informationen hier.  Beitrag über unser Projekt: Inklusiver Wohnraum für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, Sabine Bösing

Sabine Bösing, Josef Schädle (2017): "Psychisch krank - eine Abwärtsspirale in die Armut". In: Menschenwürde ist Menschenrecht. Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland 2017, S. 67 - 76.

Gangbare Wege finden - Artikel aus Sozialwirtschaft aktuell
von Sabine Bösing und Jennifer Puls

Wohnen ist ein Grundrecht auch für psychisch kranke Menschen -
Ein neues Projekt will Barrieren und Ressourcen erkunden

"Treffpunkte", Ausgabe 04/2015, Seite 5-7,
Bürgerhilfe Sozialpsychiatrie, Frankfurt am Main e.V.

Bericht aus der Modellregion Berlin, Unionhilfswerk,
Artikel "Wohnen und leben inklusiv" aus "Wir für Berlin", Ausgabe 90,
2. Quartal 2016

Zur Armutsgefährdung von Menschen mit psychischer Erkrankung
von Sabine Bösing und Josef Schädle,
Zeit zu Handeln. Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland 2016, Seite 73-82, Der Paritätische Gesamtverband

Fachtagung am 06. Oktober 2016 im GLS-Campus, Berlin

Erstmals hat der Paritätische Gesamtverband eine Fachtagung zum Thema bezahlbarer und sozialverträglicher Wohnraum initiiert. Es wurde dabei sehr deutlich, dass wohnungspolitische Entscheidungen die Ziele und die Umsetzung von sozialer Arbeit entscheidend beeinflussen.

Mit der gut besuchten Veranstaltung wurde ein Dialog angestoßen, der den Handlungsbedarf, für sozial benachteiligte Menschen und soziale Träger guten Wohnraum und vielfältige, offene Quartiere zu schaffen, deutlich machte. Verschiedene wohnungspolitische Akteure waren der Einladung nachgekommen, um gemeinsam politische Lösungen zu diskutieren.

 

In praxisorientierten, fachübergreifenden Foren wurden die Aspekte Sozialer Wohnungsbau, Wohnraumsuche, Wohnraumsicherung und Nachbarschaften beleuchtet, bereits bestehende Beispiele „guter Praxis“ vorgestellt und weiterer Handlungsbedarf diskutiert. Die Ergebnisse dieser Diskussionsprozesse wurden zu Fragen formuliert, die es gilt, weiter zu bearbeiten:

  • Wie ermutigen wir die Politik, von ihrer Regelungs- und Steuerungskompetenz selbstbewusster Gebrauch zu machen?
  • Wie machen wir den Wert der Gemeinnützigkeit auch für den Wohnungsbau wieder deutlich?
  • Was muss mehr/anders gemacht werden, um Wohnungen für alle Menschen bereitzustellen?
  • Wie kann Menschen mit besonderen Beeinträchtigungen zu eigenen Mietverträgen verholfen werden?
  • Wie bekommen wir ein breites Bündnis, um das Thema öffentlich zu machen?
  • Welche Rolle kommt freien Trägern im Sozialraum zu?
  • Wie kann Nachbarschaft zu Inklusion beitragen?

 

Zusammengefasst lässt sich feststellen:

„Eine gute Wohnungspolitik muss der Herausbildung sozialer Ungleichheitsstrukturen auf dem Wohnungsmarkt und dem Trend sozialräumlicher Polarisierung entgegenwirken. Staatliches Handeln in der Wohnungspolitik muss eine Gesellschaft zusammenbringen. Für den Zusammenhalt einer Gemeinschaft ist es wichtig, dass auf einem Wohnungsmarkt jeder gleichberechtigten Zugang zu dem seinen individuellen Bedarfen entsprechenden Wohnraum hat. Wohnen ist ein Menschenrecht und in einer gerechten Gemeinschaft, muss jedem die Möglichkeit zukommen, dort wo er lebt aktiv am soziokulturellen Leben zu partizipieren, soziokulturelle Teilhabe zu erleben und integrativer Teil der Gesellschaft zu sein“, so der Vorsitzende des Paritätischen Gesamtverbandes, Prof. Dr. Rolf Rosenbrock.

 

Präsentationen

Veranstaltungsflyer

Impulsvorträge

Das Vertragsverhältnis zwischen Vermieter und sozialem Träger

Friedemann Scholten, LL.M. (University of London), Berlin

Herausforderung Wohnungssuche

Ulrich Ropertz, Deutscher Mieterbund

Überforderte Nachbarschaften
Zukunftsfähige Quartiere gelingen in Entwicklungspartnerschaften

Reinhard Thies, Wohnbau Gießen GmbH

Arbeitsforum 'Sozialen Wohnungsbau wiederbeleben'

Praktische Lösungen

Jan Kuhnert, KUB Kommunal- und Unternehmensberatung GmbH

Arbeitsforum 'Wohnungssuche erleichtern'

Wohnraum und soziale Dienste für Menschen in prekären Lebenslagen
Partner und Dienstleister der Sozialen Wohnungswirtschaft

Wolfgang Bauer-Schneider, Neue Wohnraumhilfe gGmbH, Darmstadt

Projekt BOW – Bürgerinnen und Bürger ohne Wohnung

Jörg Mauter, SOZPÄDAL E.V. - Sozialpädagogische Alternativen e.V.

Arbeitsforum 'Wohnraum sichern'

Wohnraum sichern - Handlungsansatz, Maßnahmen und Ergebnisse der Arbeit in der Fachstelle für Wohnungsnotfälle der Stadt Duisburg

Holger Weyand, Amt für Soziales und Wohnen, Duisburg

Arbeitsforum 'Nachbarschaften gestalten'

Integrationsprojekt Kistlerhofstraße

Frederik Kronthaler, Condrobs e. V.

Nachbarschaften gestalten

Annett Martin, piano e. V., Kassel

"Wenn es keine Wohnungen mehr gibt - Einrichtungen der Eingliederungshilfe als Vermieter und Mieter"

Ein Bericht zur Fachtagung des Paritätischen Gesamtverbandes gemeinsam mit dem Paritätischen Hessen am 08. November 2017 in Frankfurt am Main

Der angespannte Wohnungsmarkt bietet kaum noch Chancen auf eine Wohnung im unteren Preissegment. Für Personen mit Beeinträchtigungen ist die Lage noch schwieriger. Um hier Abhilfe zu schaffen, stellen Träger der Eingliederungshilfe zusätzlich zu ihren Betreuungsleistungen Wohnraum zur Verfügung. Doch auch sie erleben immer mehr, dass sie keinen Wohnraum mehr finden, bzw. auch keine Grundstücke um zu bauen. Die Fachtagung hatte zum Ziel, sich über diese unzufriedene Situationen auszutauschen, die Rollen des Sozialen Trägers als Mieter und Vermieter genauer zu beleuchten.
Vorgestellt wurden Ideen und Maßnahmen zum Thema Wohnen, um die Situation von sozialen Trägern und den Menschen mit Beeinträchtigungen zu verbessern.

In kleinen Gesprächskreisen konnten die Teilnehmenden zu ihren eigenen Erfahrungen in Austausch treten, folgende Aspekte wurden deutlich:
· Im Prinzip gibt es keine oder kaum freie Wohnraumwahl für Menschen mit Behinderung mehr, denn   die Kosten der Unterkunft (KdU) wirken als Begrenzung des gesetzlich verankerten Wunsch- und Wahlrechtes, dass damit erheblich ausgehöhlt werde.
· Es fehlt an geeignetem Bauland. Hier wäre es aus Sicht der Teilnehmenden Zeit, dass das Land sich an der Förderung von Wohnraum bzw. Wohnraumkonzepten beteiligt. Da die Wohnraumsituation in den Regionen sehr unterschiedlich ist, braucht es unterschiedliche „innovative“, umfassende Konzepte im städtischen wie auch im ländlichen Raum. Eine Forderung ist, Sonderwelten durch rein nutzerorientierte Wohnformen zu ersetzen. Hier sind die Kommunen gefragt, die Regionen bedarfsgerecht weiter zu entwickeln.
· Wenn Soziale Träger Wohnraum und Betreuung anbieten, sind Betreuung und Wohnen gekoppelt, damit fallen sie unter das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG). Diese als Schutz gedachte Koppelung ist aber auch Risiko für Leistungsberechtigten und Leistungsträger, z.B. wenn die Betreuung seitens des Leistungsberechtigten gekündigt wird oder ohne geeigneten Wohnraum steht keine Betreuung mehr zur Verfügung.
· Die Rolle der Sozialen Träger bei der Wohnraumvermietung wurde unterschiedlich diskutiert. Zwar stellen Soziale Träger als Wohnheimbetreiber neben Betreuung auch Wohnraum zur Verfügung, doch für viele Träger ist der originäre Auftrag zu betreuen. Die zunehmende Verantwortung auch Wohnraum zur Verfügung zu stellen, verändert bzw. überlagert den originären Betreuungsauftrag. Damit verfestigt sich die Doppelrolle der Sozialen Träger. Diese Doppelrolle wird gleichzeitig als Chance für die Weiterentwicklung gesehen. Insbesondere dann, wenn Träger als Konfliktmanager in der Nachbarschaft fungieren und den Sozialraum aktiv mitgestalten, um Inklusion im Sozialraum zu ermöglichen.
· Bei innovativen Ideen fehle es an der Finanzierungsbereitschaft der Kostenträger, zum Beispiel wenn der örtliche Mietspiegel eine Finanzierung über Staffelmiete nicht abdecke. So tragen zum Teil heute schon Soziale Träger das finanzielle Risiko bei nicht gedeckten Wohnraumkosten.

Fazit:
Für die Teilnehmenden ist es wichtig, sich zum Thema Wohnen stärker zu vernetzen. Sie wünschen sich mehr individuelle aber auch wohnungspolitische Förderung, eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit wie auch das Einbringen ihrer Positionen in die politische Diskussion auf Bundes- wie Landesebene und eine Stärkung der sozialpolitische Arbeit bei den Kommunen.
Das Bundesteilhabegesetz warf auch hier seine Schatten voraus. So ist das Thema Wohnraumvermietung eng mit der Diskussion und Verhandlung der im BTHG angedachten Trennung von Fachleistung und Wohnen verbunden. Fragen rund um das WBVG beschäftigen die Sozialen Träger. Wer übernimmt bei einer Kombination von Betreuung und Vermietung die Kosten aus dem Mietverhältnis (indirekte Kosten; Betreuung, Schadensersatz etc.)?
Insgesamt ist eine verstärkte Zusammenarbeit von Sozial- und Wohnungspolitik gefordert.

 1. Veranstaltungsflyer

 Veranstaltungsflyer

 2. Impulsvorträge

Praxisleitfaden_ Mietrechtliche Grundlagen für Träger

Karina Schulze, der Paritätische Gesamtverband

 Vorstellung Wohnungspolitisches Papier

Jennifer Puls, der Paritätische Gesamtverband

 Wenn es keine Wohnungen mehr gibt ...

Sabine Bösing, der Paritätische Gesamtverband, Patrick Bieler, Humboldt-Universität Berlin

 

 

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