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Monatsreport 02-25


Der Paritätische Gesamtverband Bundeskoordination Jugendsozialarbeit

Monatsreport 02-25

Jugendsozialarbeit im Paritätischen


Aktuelles

Zivilgesellschaftlicher Appell an die CDU: Flüchtlingsschutz und Menschenrechte sind Teil unserer Demokratie

Der Paritätische Gesamtverband hat gemeinsam mit 144 zivilgesellschaftlichen Bundes- und Landesorganisationen einen Appell an die CDU gerichtet. Die Organisationen fordern die Partei auf, mit Worten und Taten für ein gesellschaftliches Miteinander, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechte einzustehen. Grund- und Menschenrechte gelten für uns alle – egal, ob geflüchtet, eingewandert oder hier geboren. Dieses Selbstverständnis werde durch die Diskussionen über Verschärfungen des Staatsangehörigkeits-, Aufenthalts- und Asylrechts, die auch von der CDU maßgeblich vorangetrieben werden, bedroht. Politische Handlungsfähigkeit zeige sich jedoch in Gesetzen und Maßnahmen, die realistisch, wertebasiert und rechtskonform sind.




Paritätische Lösungsvorschläge kurz und knapp: Neue Fact Sheets online

Der Paritätische hat anlässlich der Bundestagswahl neue Fact Sheets veröffentlicht, die kurz und übersichtlich Lösungsvorschläge für drängende soziale Probleme darstellen. Zu den Themen der sieben neuen Fact Sheets gehören inklusive Kinder- und Jugendhilfe, Barrierefreiheit, Bürgergeld-Reform, Fach- und Arbeitskräftemangel, gezielte Förderung von Kitas, klimagesunde Ernährung und Suchtberatung.
Weitere Fact Sheets werden in den kommenden Wochen veröffentlicht.




Publikation: Kinder psychisch erkrankter Eltern: sehen – stärken – schützen

Die neue Arbeitshilfe „Kinder psychisch erkrankter Eltern: sehen – stärken – schützen“ des Paritätischen Gesamtverbands richtet sich an Trägerleitungen, deren psychosoziale und pädagogische Mitarbeitende und Fachberater*innen, die mit Kindern, psychisch belasteten Eltern und Familien arbeiten. Die Broschüre, die in Kooperation mit dem Paritätischen Hamburg von A: aufklaren | Expertise und Netzwerk Kinder psychisch erkrankter Eltern erarbeitet wurde, sammelt das Paritätische Know-how und macht es für die Praxis zugänglich. Sie führt in das Thema ein, gibt Einblicke in die Perspektive der Kinder, Eltern und Familien und umreißt die Tragweite der Handlungsnotwendigkeit. Zudem werden das korrespondierende Hilfesystem von Jugendhilfe, Suchthilfe, Gesundheitswesen und Selbsthilfe mit ihren spezifischen Angeboten für Kinder und Eltern skizziert und Standards der Arbeit sowie Materialien für die Praxis vorgestellt.




Übergangsregelung für Lehrtätigkeiten auf Honorarbasis

Der Bundesrat hat am 14. Februar 2025 einem Gesetz zugestimmt, das unter anderem eine Übergangsregelung für die statusrechtliche Beurteilung von Lehrtätigkeiten vorsieht. Hintergrund ist das sogenannte „Herrenberg-Urteil“ des Bundessozialgerichts von 2022, das in einem Einzelfall die Versicherungspflicht einer Lehrerin aufgrund abhängiger Beschäftigung festgestellt hatte. Bildungseinrichtungen sahen sich infolgedessen zum Teil hohen Nachforderungen von Sozialversicherungsbeiträgen ausgesetzt und dadurch in ihrer Existenz gefährdet.
Neu geregelt wurde § 127 Viertes Sozialgesetzbuch (SGB IV). Die Übergangsregelung sieht vor, dass Lehrkräfte, bei denen eine abhängige Beschäftigung vorliegt, die bei Vertragsabschluss von den Vertragsparteien jedoch übereinstimmend als Selbstständige betrachtet wurden, erst ab dem 1. Januar 2027 versicherungspflichtig sind. Vorausgesetzt wird dafür die Zustimmung der Lehrkraft gegenüber dem Versicherungsträger.
Die Übergangsregelung verhindert die rückwirkende Nachforderung von Sozialbeiträgen und soll Bildungseinrichtungen und Lehrkräften Zeit geben, ihre Organisations- und Geschäftsmodelle an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen.




Ungleich verteilte Bildungschancen: Analyse des Sachverständigenrats für Integration und Migration

Der Sachverständigenrat für Integration und Migration hat eine Analyse zur Bildungsbenachteiligung von jungen Menschen mit Migrationshintergrund veröffentlicht. Während sprachliche und kulturelle Vielfalt mittlerweile der Normalfall sind und im Bundesdurchschnitt mehr als vier von zehn Schulpflichtigen eine Zuwanderungsgeschichte haben, hatten bereits die letzten Schulleistungsstudien Deutschland einen starken Nachholbedarf bei gleichberechtigter Bildungsteilhabe attestiert. Auch das aktuelle Faktenpapier zeigt, dass Benachteiligung weiterhin schon früh beginnt: Kinder mit Migrationshintergrund besuchen seltener eine Kita – die Schere ist zuletzt sogar weiter aufgegangen. An Hauptschulen sind sie weiterhin über- und an Gymnasien unterrepräsentiert. Auch in der beruflichen Bildung und im Studium setzt sich diese Benachteiligung fort.




Empfehlungen des Bundesjugendkuratoriums für die zukünftige Bundesregierung

Das Bundesjugendkuratorium hat Empfehlungen für die kommende Bundesregierung erarbeitet und fordert mehr Gewicht für Kinder- und Jugendpolitik in einer alternden Gesellschaft. Das Bundesverfassungsgericht hat in unterschiedlichen Urteilen insbesondere mit Bezug auf die Klimapolitik, aber auch im Kontext der Covid-19-Pandemie darauf hingewiesen, dass die Rechte der jungen Generation gestärkt werden müssen. Die Wahlprogramme der Parteien würden jedoch ein fragmentiertes, begrenztes Verständnis von Kinder- und Jugendpolitik zeigen, das den Lebenslagen der jungen Menschen und der Bedeutung von Kinder- und Jugendpolitik für unsere Gesellschaft nicht gerecht werde, so das Kuratorium.
Stattdessen müsse die zukünftige Bundesregierung in die Infrastrukturen junger Menschen investieren. Das Bundesjugendkuratorium empfiehlt die Stärkung der rechtlichen Stellung junger Menschen in der Gesellschaft sowie ihrer gesellschaftlichen und politischen Partizipation, die Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut und die Ermöglichung sozialer Mobilität in der Bildung. Zu weiteren Empfehlungen gehören die strukturelle Absicherung des gewaltfreien Aufwachsens und Kinderschutzes, eine inklusive Gestaltung der Kinder- und Jugendhilfe, die Verbesserung der Zugänge zur Gesundheitsversorgung und -förderung, die Integration und Förderung junger Geflüchteter sowie eine generationengerechte Klimapolitik.




Publikation des DJI: Was macht junge Queers stark? Aktueller Forschungsstand zu Ressourcen von LSBTIQ+ Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) gibt in seiner neuen Publikation „Was macht junge Queers stark?“ einen umfassenden Überblick über den empirischen Forschungsstand zu den Ressourcen und Stärken von LSBTIQ+ Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Arbeit beleuchtet positive Aspekte von jungen, queeren Lebensrealitäten sowie die Relevanz einer ressourcenorientierten Forschungsperspektive. So erleben junge Queers in ihrem Alltag sowohl Fortschritte hinsichtlich gesellschaftlicher Akzeptanz als auch Rückschläge durch Diskriminierung und queerfeindliche Gewalt.
Trotz den Herausforderungen, die mit dem Aufwachsen in einer heteronormativ strukturierten Welt einhergehen, finden junge Queers mit Hilfe von strukturellen und materiellen, sozialen sowie individuellen/psychischen Ressourcen Strategien, um mit diesen gesellschaftlichen Hürden umzugehen. Weiteren Forschungsbedarf gibt es im Bereich der ressourcenorientieren LSBTIQ+ Jugendforschung. Es fehlen insbesondere Ergebnisse zu strukturellen und materiellen Ressourcen, die für junge Queers in ländlichen Gebieten von Bedeutung sind, sowie Studiendesigns, die eine heterogene Zielgruppe und große Stichprobe erfassen. Dazu zählen vor allem LSBTIQ+ aus ländlichen Gebieten, lesbische und inter* Jugendliche sowie junge geflüchtete oder von Armut und Rassismus betroffene LSBTIQ+.




Veranstaltungen

Mädchenperspektiven: Gesunde Beziehungen und Empowerment für junge Frauen in der Kinder- und Jugendhilfe
27. Februar 2025
14.00 Uhr bis 15.30 Uhr
online

In der Veranstaltung des SOS-Kinderdorf e.V. werden die Ergebnisse der DJI-Studie „Beziehungen, Sexualität und Partnerschaftsgewalt bei Mädchen und jungen Frauen in der stationären Erziehungshilfe“ über die Lebensrealitäten junger Frauen in der Kinder- und Jugendhilfe vorgestellt und Empfehlungen für die Beziehungsarbeit und die Sexualpädagogik abgeleitet.

Die Teilnahme ist kostenlos.





Programm des 18. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetags online
13. bis 15. Mai 2025
Leipzig

Das Programm des 18. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetags (DJHT), der in diesem Jahr unter dem Motto „Weil es ums Ganze geht: Demokratie durch Teilhabe verwirklichen“ stattfindet, ist online.
Der DJHT präsentiert auf der Messe Leipzig rund 300 Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Für alle, die nicht vor Ort dabei sein können, gibt es in der Mittagspause digitale Lunch Break Sessions.