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Monatsreport 04-25


Der Paritätische Gesamtverband Bundeskoordination Jugendsozialarbeit

Monatsreport 04-25

Jugendsozialarbeit im Paritätischen

Die Illustration zeigt eine bunte, abstrakte Komposition aus geometrischen Formen und kräftigen Farbverläufen. Sie wirkt dynamisch und spielerisch und vermittelt einen Eindruck von Bewegung und Wandel.

Aktuelles

Paritätischer kritisiert Vorhaben und Leerstellen im Koalitionsvertrag

Der Paritätische Gesamtverband kritisiert die von CDU und SPD im Koalitionsvertrag formulierten Pläne für die Sozial-, Mieten- und Migrationspolitik. Das Vorhaben der künftigen Regierung, das Bürgergeld durch eine „neue Grundsicherung“ zu ersetzen, verstärke Armut und fördere Ressentiments, so Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen.
Leerstellen hätte der Vertrag auch in der Wohnungs- und Mietenpolitik sowie in der sozialen Gestaltung des Klimaschutzes. Verantwortungslos und falsch sei die Streichung humanitärer Aufnahmeprogramme, Zurückweisungen an den Grenzen und die Einschränkung des Familiennachzugs. Positiv bewertet der Paritätische hingegen die Anerkennung der Bedeutung gemeinnütziger Organisationen für die Stärkungen des sozialen Zusammenhalts und die Demokratieförderung.




Sozialticket-Atlas: Mobilität als Wohnort-Lotterie 

Mobilität ist ein Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe. Millionen Menschen ohne eigenes Auto sind täglich auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Nun gibt der Sozialticket-Atlas des Paritätischen Gesamtverbands einen bundesweiten Überblick über vergünstigte Nahverkehrstickets – und offenbart alarmierende Lücken. Während einige Bundesländer und Kommunen ermäßigte Deutschlandtickets anbieten, gibt es in der Hälfte aller Landkreise und Kommunen gar keine Sozialtarife.
Zudem variieren die Zugangsvoraussetzungen und Preise erheblich und bürokratische Hürden machen die Beantragung oft kompliziert. Aktuell kann beispielsweise nur etwa die Hälfte der Bürgergeld-Empfangenden ein vergünstigtes Deutschlandticket erwerben. Deswegen fordert der Paritätische Gesamtverband die Einführung eines bundesweit und für alle Sozialleistungsempfangende gültigen „Deutschlandticket Sozial“ für 25 Euro im Monat. Der Sozialticket-Atlas zeigt zudem, welche Bundesländer und Kommunen ermäßigte Deutschlandtickets für junge Menschen unabhängig vom Einkommen sowie für Freiwilligendienstleistende anbieten. 




Aktualisierung der Broschürenreihe: Geschlechtliche Vielfalt in der Kinder- und Jugendhilfe – inter* und trans* Kinder und Jugendliche

Anlässlich des Inkrafttretens des Selbstbestimmungsgesetzes (SBGG) veröffentlicht der Paritätische Gesamtverband eine Aktualisierung seiner dreiteiligen Broschürenreihe zur geschlechtlichen Vielfalt in der Kinder- und Jugendhilfe. Sie unterstützt Fachkräfte dabei, dem zunehmenden Interesse und Beratungsbedarf an und zu Inter*- und Trans*-Themen zu begegnen. Das SBGG regelt die Änderung des personenstandsrechtlichen Geschlechtseintrags und Vornamen. Es löst die bisherigen Verfahren zur Personenstands- und Vornamensänderung ab und vereinheitlicht diese für trans*, intergeschlechtliche und nicht-binäre Menschen.




Praxisbroschüre „Inklusion am Übergang Schule – Beruf. Aus Perspektive junger Menschen Barrieren abbauen und Experimentierräume für alle schaffen“

Die Praxisbroschüre richtet sich an Fachkräfte, die in dem Bereich Übergang junger Menschen von der Schule in die Ausbildung/Beruf inklusionsförderliche Maßnahmen umsetzen wollen. Sie bündelt Erkenntnisse des Forschungsprojektes „Inklusion in der beruflichen Bildung: Bildungsteilhabe in regionalen Übergangsstrukturen mit einem Schwerpunkt auf die Perspektive junger Erwachsene“ (InBit), das ein Verbundprojekt der Stiftung Universität Hildesheim und des Deutschen Jugendinstituts war.

Im Mittelpunkt des Projektes stand die Frage, welche Bildungshemmnisse bzw. Bildungserfolge junge Menschen im Übergangssystem erfahren und wie sie von relevanten Akteuren unterstützt werden können. Ziel des Leitfadens ist es, für die Wahrnehmung und den Abbau von Barrieren zu sensibilisieren und jungen Menschen eine diskriminierungsfreie Teilhabe zu ermöglichen.




IAB: Regionale Ausbildungsmärkte – Höheres Lehrstellenangebot ist verknüpft mit niedrigerer Jugendarbeitslosigkeit

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat einen Kurzbericht veröffentlicht, der untersucht, mit welchen Faktoren die Höhe der regionalen Arbeitslosigkeit von Jugendlichen ohne Abschluss zusammenhängt. Demnach erweisen sich Agenturbezirke mit höheren Durchschnittslöhnen, überdurchschnittlicher Beschäftigungsentwicklung und einem hohen betrieblichen Ausbildungsplatzangebot als Regionen mit niedrigerer Jugendarbeitslosigkeit.
Agenturbezirke mit höherer Jugendarbeitslosigkeit sind hingegen gekennzeichnet durch überdurchschnittlich viele Jugendliche ohne Schulabschluss, viele unversorgte Lehrstellenbewerber*innen sowie einen hohen Mismatch zwischen Berufswünschen von Jugendlichen und angebotenen Ausbildungsberufen von Seiten der Betriebe. 




App „JMD apply“ der Jugendmigrationsdienste als persönlicher Bewerbungscoach für junge Menschen

Die Träger der Jugendmigrationsdienste (JMD) haben die App „JMD apply“ entwickelt, um jungen Menschen dabei zu helfen, den Bewerbungsprozess in Deutschland besser zu verstehen. Die App enthält Vorlagen für einen Lebenslauf und ein Anschreiben, informiert, was in eine Bewerbungsmappe gehört, unterstützt beim Vorbereiten und Üben von Bewerbungsgesprächen und enthält viele weitere Angebote zum Thema „Berufe“.




Beratungsforum JUGEND STÄRKEN: Forderungspapier "Jugendwohnkonzepte mit flexiblen Zugangsbedingungen und Betreuungsangeboten – eine Leerstelle in den deutschen Hilfesystemen und auf dem Wohnungsmarkt"

Laut Wohnungslosenbericht der Bundesregierung waren im vergangenen Jahr 194.000 junge Menschen (bis 25 Jahre) von Wohnungslosigkeit betroffen. Die Kinder- und Jugendhilfe erreicht diese jungen Menschen mit stationären und ambulanten Angeboten teilweise nur schwer. Es fehlt an Jugendwohnangeboten und -konzepten, die flexible Zugangsbedingungen und Betreuungsleistungen bieten. Das Beratungsforum JUGEND STÄRKEN hat nun ein Forderungspapier veröffentlicht, das Maßnahmenvorschläge für die zukünftige Bundesregierung formuliert.
Dazu gehört in der Wohnungsnotfallversorgung etwa die Schaffung eines Bundesprogramms zur Einrichtung von Notschlafstellen für junge Menschen, für den längerfristigen Wohnungsmarkt eine Verbesserung der Überleitung aus bestehenden Hilfen durch verbesserte rechtskreisübergreifende kommunale Infrastrukturen sowie in der Prävention Beratungsangebote zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit an Schulen, Jugendzentren und Jugendberufsagenturen.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen unter Beteiligung junger Menschen erörtert, geplant und durchgeführt werden. Das Forderungspapier wird u. a. auch vom Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit unterstützt.




Kinder von Inhaftierten: Neues Informationsmaterial der Landesfachstelle Nordrhein-Westfalen

Die Landesfachstelle Netzwerk Kinder von Inhaftierten NRW hat neues Informationsmaterial veröffentlicht. Die Flyer und Broschüren richten sich zum Einen an betroffene Eltern und Beratungsfachkräfte und umfassen Informationen über die Ziele und Angebote der Landesfachstelle, konkrete und praktische Hinweise für die Zeit kurz nach der erfolgten Inhaftierung eines Elternteils sowie zur Kommunikation von Eltern mit ihren Kindern. Die Flyer „Papa muss ins Gefängnis – Was jetzt?“ und „Mama muss ins Gefängnis – Was jetzt?“ geben kindgerechte Hinweise zu häufigen Fragen der Kinder. Ein weiteres Informationsblatt enthält Bücher, Materialien und Hinweise zu weiteren Medien für Kinder und Jugendliche.

Die Landesfachstelle berät betroffene Kinder und Familien sowie Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe. Eines der Ziele ist der Aus- und Aufbau von Kooperationen zwischen Justizvollzugsanstalten und Trägern der Kinder- und Jugendhilfe.





Neues aus dem Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit

Neue Ausgabe der DREIZEHN: „Reden. Entscheiden. Verändern. – Demokratie durch Teilhabe“

In der neuen Ausgabe der DREIZEHN geht es um die Frage, wie junge Menschen Demokratie gestalten. Im Fokus stehen Herausforderungen wie der wachsende Einfluss rechtsextremer Akteure in ländlichen Räumen. Es geht aber auch um ermutigende Beispiele gelungener Jugendbeteiligung. Wie kann Jugendsozialarbeit junge Menschen stärken und demokratische Werte vermitteln? Welche Strategien sind nötig, um Beteiligung zu fördern und Polarisierung entgegenzuwirken?

Die Ausgabe erscheint pünktlich zum 18. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) und beleuchtet dessen Motto “Weil es ums Ganze geht: Demokratie durch Teilhabe verwirklichen!” aus Sicht der Jugendsozialarbeit. Die Ausgabe kann als PDF heruntergeladen und kostenlos als Printausgabe bestellt werden. Selbstverständlich finden Sie Printausgaben auch am Messestand des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit, in Kooperation mit dem Stand der federführenden Organisation AWO. Dort freuen sich Vertreter*innen der im Kooperationsverbund zusammengeschlossenen Verbände auch auf einen gemeinsamen Fachaustausch.





Veranstaltungen zum

18. Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag

(DJHT) vom 13. bis 15. Mai 2025 in Leipzig:

Der Paritätische freut sich auf den 18. DJHT und lädt alle Interessierten herzlich zu Begegnung und Austausch sowohl an unseren Messestand als auch zu den von uns angebotenen Veranstaltungen im Rahmen des Fachkongresses ein. Im Arbeitsfeld Jugendsozialarbeit sind das zum Beispiel:




Wie können inklusive Ausbildungssysteme aus menschenrechtlicher Perspektive gestaltet werden?
13. Mai
15.15 Uhr bis 16.45 Uhr

Das Panel des Paritätischen Gesamtverbandes geht der Frage nach, wie die Strukturen und Zugänge zur Ausbildung inklusiv auszugestalten sind, sodass alle jungen Menschen am Regelsystem teilhaben können.




Kinder inhaftierter Eltern nicht mitbestrafen! Mauern überwinden durch Kommunikation und gemeinsame Verantwortung
13. Mai
15.15 Uhr bis 16.45 Uhr

Das Panel des Paritätischen Gesamtverbandes informiert darüber, wie Justiz und Kinder- und Jugendhilfe Kindern inhaftierter Eltern helfen können, ihr Recht auf beide Elternteile zu verwirklichen.




Interkulturelles Lernen und Partizipation durch internationale Jugendarbeit stärken: Mobilitätsprogramme im Kontext steigender Demokratie- und Menschenfeindlichkeit
14. Mai
11.15 Uhr bis 12.45 Uhr

Wie kann interkulturelles Lernen und gesellschaftliche Teilhabe bei strukturell besonders benachteiligten Gruppen durch die Teilnahme an internationalen Mobilitätsprogrammen gefördert werden? Die Projektpräsentation ist eine Veranstaltung des Paritätischen Gesamtverbandes in Kooperation mit der Kreuzberger Kinderstiftung, dem Deutsch-Französischen Jugendwerk, Gangway e.V. und Europa - Direkt e.V. - dem Institut für interkulturelle und europäische Studien.




Nachhaltige Partizipationskonzepte zur Stärkung der Demokratiebildung in strukturschwachen Regionen: Potentiale und Herausforderungen in der Kinder- und Jugendarbeit
14. Mai
17.15 Uhr bis 18.45 Uhr

Das Panel des Paritätischen Gesamtverbandes beleuchtet aktuelle Herausforderungen der Kinder- und Jugendarbeit in strukturschwachen Regionen und stellt nachhaltige Partizipationskonzepte zur Stärkung der Demokratiebildung vor.

Der Besuch des DJHT in Leipzig, Fachmesse und Fachkongress, ist kostenfrei.





Weitere Veranstaltungen

Wir reden mit! – Warum trans* Kinder und Jugendliche ernst genommen und unterstützt werden müssen
22. Mai 2025
10.00 Uhr bis 11.30 Uhr
online

Im Rahmen der Veranstaltung wird die gleichnamigen Broschüre des Bundesverband Trans* mit den Schwerpunkten: Diskriminierung und Akzeptanz / medizinische Versorgung und ethische Verantwortung / fachliche Perspektiven und Fehlannahmen vorgestellt.

Die Teilnahme ist kostenlos.





Vernetzungsworkshop zur Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen und Diensten
3. Juli 2025
11.00 Uhr bis 17.00 Uhr
in Warnemünde

Der Vernetzungsworkshop bietet Raum für spannende Inputs und praxisorientierte Gruppenarbeiten rund um das Thema Klimaanpassung. Ziel ist es, gemeinsam konkrete Anpassungs- und Sofortmaßnahmen für die eigenen Einrichtungen zu entwickeln und voneinander zu lernen. Zu den Schwerpunktthemen des Workshops gehören regionale Risikoanalysen, die Auswirkungen der Klimakrise auf Gesundheit und vulnerable Gruppen, mögliche Klimaanpassungsmaßnahmen sowie Kollaboration mit Kommunen und Institutionen für deren Umsetzung.

Der Workshop wird vom Paritätischen Gesamtverband und dem Paritätischen Landesverband Mecklenburg-Vorpommern organisiert. Die Teilnahme ist kostenlos.