Monatsreport 10-24Jugendsozialarbeit im Paritätischen |
|
|
| Stellungnahme der BAGFW zum Gesetzesentwurf zur Ausgestaltung der Inklusiven Kinder- und Jugendhilfe |
|
Der Gesetzesentwurf zur Ausgestaltung der Inklusiven Kinder- und Jugendhilfe (Kinder- und Jugendhilfeinklusionsgesetz – IKJHG) stellt aus Sicht der Bundesarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtspflege (BAGFW) den derzeit möglichen Kompromiss dar, um den notwendigen weiteren Schritt auf dem Weg zu einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe gesetzlich zu regeln. Der Referentenentwurf enthält jedoch einzelne Regelungen, die Verschlechterungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen und deren Personensorgeberechtigten nach sich ziehen. Der BAGFW sieht daher Nachbesserungsbedarf – u.a. sollten Regelungen, die zur Leistungsbeschränkung führen können, gestrichen und auf den Bezug auf das Wesentlichkeitskriterium einer Behinderung im Kontext der Eingliederungshilfeleistung verzichtet werden. |
|
17. Kinder- und Jugendbericht veröffentlicht |
|
Der 17. Kinder- und Jugendbericht ist ein Gesamtbericht und liefert ein umfassendes Bild von der Lage der jungen Generation und der Situation der Kinder- und Jugendhilfe. In der Kurzbroschüre „Zuversicht braucht Vertrauen“ werden zentrale Erkenntnisse und Empfehlungen des Berichts zusammengefasst. Die heutige junge Generation ist so divers wie nie zuvor, steht jedoch vor komplexen Herausforderungen.
Die Sachverständigenkommission analysiert unter anderem die Auswirkungen der Corona-Pandemie, die Themen Flucht und Klimagerechtigkeit, den Wegfall der Selbstverständlichkeit von Frieden sowie Demokratiefeindlichkeit und Digitalisierung. Der Bericht zeigt, dass das Zukunftsvertrauen insgesamt gesunken ist. Um in dieser dynamischen und unsicheren Zeit gut aufzuwachsen, sind Orientierung und Sicherheit für junge Menschen besonders wichtig. Politik und Gesellschaft sowie speziell die Kinder- und Jugendhilfe sind gefragt, jungen Menschen vertrauenswürdige Rahmenbedingungen mit starken und resilienten Angeboten und Leistungen zu bieten.
Dafür formuliert die Kommission zehn Leitlinien für eine Kinder- und Jugendhilfe, die dazu beiträgt, dass junge Menschen zuversichtlich in die Zukunft blicken können, und benennt Empfehlungen an Politik, Fachpraxis und Wissenschaft. Zu den Herausforderungen gehört, dass es Politik und Gesellschaft immer noch nicht gelingt, die vorhandenen und vielfältigen Ressourcen allen jungen Menschen gleichermaßen zugänglich zu machen. Des Weiteren stößt die Kinder- und Jugendhilfe vor allem aufgrund des Fachkräftemangels zunehmend an Grenzen und ist auf eine auskömmliche Finanzierung und Planungssicherheit angewiesen, um ihren wachsenden Aufgaben nachkommen zu können. |
|
Neue Serie “Berufsorientierung Jugendlicher” im IAB-Forum |
|
Die Berufsorientierung wird für junge Menschen angesichts der zunehmenden Komplexität der Berufswelt immer wichtiger. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, präsentiert das Magazin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer neuen Serie aktuelle Forschungsergebnisse zu den Berufswahlentscheidungen Jugendlicher und der Rolle, die die Berufsberatung für diese Entscheidungen spielt. |
|
Duale Berufsausbildung im Handwerk: Immer mehr junge Menschen bleiben ihrem erlernten Beruf treu |
|
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat einen Kurzbericht zur Entwicklung der Ausbildung im Handwerk sowie der Betriebs- und Berufstreue von Absolvent*innen in diesem Bereich veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungen zwischen 2014 und 2020 um etwa 10 Prozent zurückgegangen. Andererseits sind die Absolvent*innen der Kohorte 2020 einen Monat nach Ausbildungsende häufiger beschäftigt und seltener arbeitslos als die Abschlusskohorten der Jahre 2014 und 2017 und verbleiben häufiger und länger in ihrem Ausbildungsbetrieb und -beruf, als dies bei den beiden früheren Kohorten der Fall war. Diejenigen, die zwölf Monate nach ihrer Ausbildung weiter in einem Handwerksberuf arbeiten, weisen häufiger bessere Abschlussnoten auf als diejenigen, die anschließend nicht mehr in einem Handwerksberuf tätig sind. |
|
BiB-Analyse: Gesundheit und Wohlbefinden von Familien während und nach Corona |
|
Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) hat eine Analyse zu Gesundheit und Wohlbefinden von Familien während und nach Corona veröffentlicht. Sie zeigt bei Kindern und Jugendlichen eine Zunahme von Angstsymptomen und Depressionen während der Pandemie. Der Anstieg von Angstsymptomen ist in der Altersgruppe der 11- bis 15-Jährigen besonders stark ausgeprägt. Klinisch relevante Depressionsstörungen liegen während der Pandemie um 36 Prozent höher als vor der Pandemie. Allgemeine Depressionssymptome nehmen bei männlichen Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren stärker zu, während klinisch relevante Depressionsstörungen bei weiblichen Jugendlichen deutlicher ansteigen. In beiden Fällen fallen die Effekte während der Schulschließungen besonders hoch aus. Auch die körperliche Aktivität und Fitness wurden nachhaltig beeinträchtigt und die Zufriedenheit und das Wohlbefinden besonders der Mütter stark eingeschränkt. Diese Auswirkungen hielten zum Teil auch nach der Aufhebung der Maßnahmen im Jahr 2022 an und sollten weiterhin eine hohe Priorität auf der politischen Agenda haben, so das BiB. Um langfristige Folgeschäden und -kosten zu vermeiden, sei es entscheidend, die mentale Gesundheit und das Bewegungsverhalten junger Menschen gezielt zu fördern und präventive Maßnahmen zu stärken sowie das Wohlbefinden von Eltern zu verbessern. Für zukünftige, vergleichbare Krisen sollten das Wohlbefinden und die Gesundheit der Familien frühzeitig und verstärkt in den Fokus rücken. |
|
Neue Empfehlungen des AZAV-Beirates: Erweiterung um Inhalte bzgl. der Zulassung von Maßnahmen der ganzheitlichen Betreuung nach § 16k SGB II |
|
Die neuen Empfehlungen des AZAV-Beirates wurden um Inhalte bzgl. der Zulassung von Maßnahmen der ganzheitlichen Betreuung nach § 16k SGB II erweitert. Die ganzheitliche Betreuung wurde seit dem 01.07.2023 im Rahmen des Bürgergeldgesetzes als Förderinstrument eingeführt. Wichtige Informationen zu den Zielen, Zielgruppen, Zulassung und zur praktischen Umsetzung sind neben dem Gesetzestext und den Beiratsempfehlungen vor allem in der fachlichen Weisung der BA zu 16k SGB II zu finden. Bei der Zulassung von Maßnahmen der ganzheitlichen Betreuung nach 16k SGB II sind auch die aktuellen Bundesdurchschnittskostensätze B-DKS zu beachten. |
|
Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Vorbereitung und Begleitung der Berufsausbildung Geflüchteter |
|
Die Empfehlungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. haben das Ziel, zu einer erfolgreichen Vorbereitung und Begleitung der Berufsausbildung Geflüchteter in der Praxis beizutragen. Sie erfassen staatlich anerkannte duale und schulische Berufsausbildungen nach Bundes- und Landesrecht. Gerade schulische Berufsausbildungen werden von vielen Geflüchteten ergriffen, haben für Soziale Berufe eine hohe Bedeutung und können hier einen Beitrag zum Fachkräftemangel leisten. Zusammenfassend empfiehlt der Deutsche Verein einen chancenorientierten Ansatz, der Kompetenzen und Ressourcen Geflüchteter wertschätzt und zugleich flucht- und geschlechtsspezifische Herausforderungen erkennt und aufgreift. Als Erfolgsfaktor sollte die Zusammenarbeit zwischen allen an der Berufsausbildung beteiligten Institutionen genutzt werden. Der Deutsche Verein empfiehlt eine zeitlich durchgehende Beratung und Begleitung während der Vorbereitung der Berufsausbildung, ihrer Durchführung und des anschließenden Übergangs in eine Beschäftigung. Dies setzt ausreichende Haushaltsmittel für personelle Ressourcen voraus. |
|
Für die Shell Jugendstudie wurden 2.500 junge Menschen zwischen 12 und 25 Jahren in Deutschland befragt. Demnach ist das politische Interesse von Jugendlichen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Während 2002 nur 34 Prozent der Jugendlichen angaben, politisch interessiert zu sein, sind es aktuell 55 Prozent. Im selben Zeitraum ist auch die Bereitschaft zum politischen Engagement um 15 Prozent gewachsen. Im Durchschnitt stufen sich Jugendliche als leicht links ein. Seit 2019 ist vor allem der Anteil männlicher Jugendlicher, die sich als eher rechts bezeichnen, angestiegen, jeder vierte ordnet sich als eher rechts oder rechts ein, 2019 weniger als jeder fünfte. Bei den weiblichen Jugendlichen ist kein Anstieg zu verzeichnen, hier bezeichnen sich 11 Prozent als eher rechts oder rechts.
Die große Mehrheit der Jugendlichen (77 Prozent) steht der deutschen Demokratie und dem Staat positiv gegenüber. Bei ostdeutschen Jugendlichen ist die Zufriedenheit mit der Demokratie geringer – nachdem sie bis 2019 kontinuierlich auf 66 Prozent gestiegen war, fiel sie in diesem Jahr auf 60 Prozent. Am meisten Angst haben die Jugendlichen vor Krieg in Europa (81 Prozent) und Armut (67 Prozent). Die Themen Klimawandel (63 Prozent) und Umweltverschmutzung (64 Prozent) machen weiterhin einer großen Mehrheit der Jugendlichen Angst – allerdings weniger als bei der letzten Studie 2019.
Nur noch etwa ein Drittel der jungen Menschen hat Angst vor Arbeitslosigkeit oder davor, keinen Ausbildungsplatz zu finden. Trotzdem dominiert unter den Jugendlichen das Bedürfnis nach Sicherheit: 91 Prozent gaben an, dass ihnen ein sicherer Arbeitsplatz (sehr) wichtig ist. Im Vergleich zu 2019 haben bei Jugendlichen vor allem ein hohes Einkommen (83 Prozent zu 76 Prozent) und gute Aufstiegsmöglichkeiten (80 Prozent zu 74 Prozent) an Bedeutung gewonnen. Über Bildungsgänge entscheidet allerdings nach wie vor die soziale Herkunft: Nur 27 Prozent der Jugendlichen, deren Eltern (höchstens) einen einfachen Schulabschluss haben, erreichen oder streben das Abitur an. Hat mindestens ein Elternteil Abitur, sind es 80 Prozent. Auch wenn Jugendliche viel Zeit digital verbringen, trauen sie den Online-Kanälen nicht durchweg. 80 Prozent halten Informationen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und überregionalen Zeitungen überwiegend für (sehr) vertrauenswürdig. Deutlich geringer fällt das Vertrauen in Online-Informationskanäle aus, die allerdings durchaus zugelegt haben. |
|
Online-Veranstaltung: "Täterarbeit bei häuslicher Gewalt als wichtiger Baustein im Opfer- und Kinderschutz – ein Gewaltpräventionsangebot für Kinder und Partner*innen in der familienorientierten Arbeit" 28. Oktober 2024 14.30 Uhr bis 16.00 Uhr
|
|
In der sog. Täterarbeit setzen sich meist gewaltausübende Männer im Kontext häuslicher Gewalt mit ihren Gewaltausübungen und deren Auswirkungen auf die Familienmitglieder, also die Kinder und Partner*innen, auseinander. Sie ist essentiell für deren Schutz. Die Männer erarbeiten dabei gewaltfreie Strategien, um ein partnerschaftliches, fürsorgliches und verantwortungsvolles Miteinander in Familie zu leben. Täterarbeit kann am besten in einem Kooperationsbündnis von mehreren Institutionen, wie z. B. auch der Kinder- und Jugendhilfe, den Frühen Hilfen und der Familienhilfe, gelingen. Diese Veranstaltung geht den Fragen nach, wie Täterarbeit gerade auch mit Blick auf Kinder umgesetzt wird und wie die Einbettung im Kooperationsbündnis aussehen kann. Die Teilnahme ist kostenfrei. |
|
Online-Fachtag "Aktueller Stand des Kinder- und Jugendhilfeinklusionsgesetzes (IKJHG)" 20. November 2024 (Anmeldung bis 3. November) 10.00 Uhr bis 15.30 Uhr |
|
Wie ist der Entstehungsprozess des Gesetzesvorhaben zum IKHJG zu bewerten? Welche sind die neuen gesetzlichen Anforderungen für eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe? Worin liegen die besonderen Herausforderungen für die betroffenen Familien und die Träger der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe, wenn die Gesamtzuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe für junge Menschen mit und ohne Behinderungen kommen sollte? Auf dem Fachtag werden arbeitsfeldübergreifend die wichtigsten Themen und Aspekte des Reformprozesses diskutiert und gemeinsam über Perspektiven für die Zukunft nachgedacht. Die Teilnahme ist kostenfrei. |
|
Sozialpolitischer Online-Fachtag des Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen – Schwerpunkt inklusive Kinder - und Jugendhilfe 14. November 2024 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr |
|
Schwerpunkt des Fachtages ist die „Inklusive Kinder- und Jugendhilfe“. Vorgestellt wird der am 16. September 2024 vom Bundesfamilienministerium vorgelegte Entwurf für ein Kinder- und Jugendhilfeinklusionsgesetz (IKJHG). Außerdem berichten Verfahrenslots*innen aus Bayern und Hamburg aus der Praxis. Das neue Pflegekompetenzgesetz, mit dem pflegende Angehörige besser unterstützt werden sollen, gehört ebenfalls zum Programm. Für Mitglieder des bvkm ist die Teilnahme kostenlos. Der Beitrag für Nichtmitglieder beträgt 40 Euro. |
|
Online-Fachtag "Inklusive Zugänge in Ausbildung für junge Menschen gestalten" 5. Dezember 2024 (Anmeldung bis 15. November) 10.00 Uhr bis 15.15 Uhr |
|
Eine Ausbildung und berufliche Qualifizierung sind wichtige Herausforderungen für junge Menschen auf dem Weg in ein eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Leben. Die Zugänge zum und die Strukturen des Ausbildungssystems sind jedoch nicht inklusiv gestaltet. Vor besonderen Herausforderungen stehen junge Menschen ohne Schulabschluss, mit Hauptschulabschluss, mit Migrationshintergrund und auch junge Eltern. Auch jungen Menschen mit Behinderung werden zu wenig Chancen auf dem regulären Ausbildungs- und Arbeitsmarkt eröffnet. Auf dem Fachtag sollen diese jungen Menschen beim Übergang von der Schule in die Ausbildung fokussiert und verschiedene Ansätze dargestellt werden, wie die Zugänge und Strukturen des Ausbildungssystem inklusiver ausgestaltet werden können. Die Teilnahme ist kostenfrei. |
|
Online-Veranstaltung: Sicherung von Fachkräften im sozialen Bereich 22. November 2024 10.00 Uhr bis 11.30 Uhr |
|
Zur Sicherung von Fachkräften im sozialen Bereich bieten Ausbildungen im Verbund eine gute Möglichkeit, gemeinsam mit anderen sozialen Einrichtungen Ausbildungsplätze anzubieten und Ressourcen zu bündeln. Zu den Fragen, die in der Online-Veranstaltung diskutiert werden, gehören: Wieso braucht es Ausbildungen im Trägerverbund im sozialen Bereich? Was ist nötig, um eine Ausbildung im Trägerverbund umzusetzen? Welche Akteure braucht es dafür? Welche Stolpersteine und Gelingensbedingungen gibt es? Welche Chancen kann eine Ausbildung im Trägerverbund für junge Menschen sowie auch für Einrichtungen in der Kinder- und Jugendhilfe bieten? Die Teilnahme ist kostenfrei. |
|
|
| |
| |
|