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Monatsreport 12-25


Der Paritätische Gesamtverband Bundeskoordination Jugendsozialarbeit

Monatsreport 12-25

Jugendsozialarbeit im Paritätischen


Aktuelles

Paritätische Studie zur Wohnarmut in Deutschland

Die neue Wohnarmutsstudie des Paritätischen zeigt, dass Wohnkosten ein zentraler Treiber sozialer Ungleichheit in Deutschland sind. Berücksichtigt man Mieten und Nebenkosten, steigt die Zahl armutsbetroffener Menschen von 13 auf 18,4 Millionen. Insgesamt leben 22,3 Prozent der Bevölkerung in Wohnarmut.
Besonders stark betroffen sind junge Erwachsene: Bei den 18- bis 25-Jährigen liegt die Wohnarmutsquote bei 31,2 Prozent. Mieten, die deutlich schneller steigen als Einkommen und teure Neuvermietungen machen Wohnen für viele junge Menschen kaum bezahlbar. Die Studie verdeutlicht, dass Wohnkosten Millionen Menschen zusätzlich in die Armut treiben und eine langfristig angelegte, sozial orientierte Wohnungspolitik dringend notwendig ist.




Inklusive Berufsorientierung Expertise im Auftrag des Paritätischen Gesamtverbandes

Die im Auftrag des Paritätischen erstellte Expertise zur inklusiven Berufsorientierung untersucht den Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf als besonders vulnerable biografische und lebensentscheidende Phase für junge Menschen mit Benachteiligungen oder Behinderungen. Aus einer menschenrechtlichen Perspektive analysiert sie bestehende Orientierungsprozesse, bündelt empirische Forschung und macht strukturelle Benachteiligungen sichtbar.
Berufsorientierung wird dabei entsprechend neuerer Berufswahltheorien als komplexer, offener und sozial eingebetteter Prozess verstanden. Ein erweiterter Inklusionsbegriff bezieht neben Behinderung auch Migration, Geschlecht und soziale Lage sowie deren Intersektionalitäten ein. Die Expertise kritisiert eine standardisierte, messende und lenkende Praxis und fordert stattdessen biografie- und lebenslagenorientierte, partizipative Ansätze, unterstützende Begleitung und den Ausbau inklusiver Strukturen für ein gerechteres Berufsorientierungssystem.




KI-Pilot-Werkstatt für Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Aufruf zur Einreichung von Projektkonzepten für 2026

Die KI-Pilot-Werkstatt des Paritätischen unterstützt Mitgliedsorganisationen dabei, eigene KI-Projekte praxisnah umzusetzen. Jährlich werden ein bis zwei Pilotprojekte intensiv und individuell begleitet; zusätzlich gibt es monatliche Austauschformate für alle Interessierten. Das Programm bietet fachliche Unterstützung zu KI-Entwicklung, IT-Projektmanagement, Datenschutz, Ethik und Compliance sowie Hilfe bei Dienstleisterwahl, Skalierung und Refinanzierung. Ziel ist es, innovative KI-Lösungen für eine zukunftsfähige Wohlfahrt zu entwickeln und digitale Kompetenzen in Mitgliedsorganisationen zu stärken.

Bewerbungsschluss ist der 15. Februar 2026.





Arbeitshilfe zum erweiterten Führungszeugnis in der Eingliederungs-, Kinder- und Jugendhilfe

Die überarbeitete Arbeitshilfe des Paritätischen zum erweiterten Führungszeugnis bietet Einrichtungen der Eingliederungs- sowie der Kinder- und Jugendhilfe praxisnahe Orientierung. Sie richtet sich an Mitarbeitende, die für die Überprüfung der vorzulegenden Führungszeugnisse zuständig sind und unterstützt sie mit Informationen über gesetzliche Anforderungen, konkreten Handlungsempfehlungen und Musterformularen.




Aktuelle Ergebnisse der COPSY-Studie

Die COPSY-Studie zeigt, dass gesellschaftliche Krisen wie Kriege, Terrorismus, wirtschaftliche Unsicherheit und die Klimakrise Kinder und Jugendliche stark belasten. Zunehmend sorgen sie sich auch um gesellschaftliche Spaltung und Zuwanderung. Die Studie kommt weiterhin zu dem Ergebnis, dass die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen weiterhin schlechter ist als vor der Pandemie. Rund ein Fünftel berichtet von eingeschränkter Lebensqualität und psychischen Belastungen, besonders betroffen sind Mädchen und Frauen ab 14 Jahren. Gleichzeitig verfügen viele Kinder und Jugendliche über wirksame Bewältigungsstrategien und persönliche Ressourcen. Ein stabiles, unterstützendes soziales Umfeld wirkt dabei schützend.
Die Studie unterstreicht die Bedeutung früher Förderung von mentaler Gesundheit, der Stärkung von Medienkompetenz sowie niedrigschwelliger Unterstützungsangebote, insbesondere für sozial benachteiligte Familien.





Inklusionsbarometer Arbeit 2025 veröffentlicht

Die aktuelle Studie der Aktion Mensch und des Handelsblatt Research Institutes zeigt eine drastische Verschlechterung der Inklusionslage am Arbeitsmarkt im Jahr 2024. Die Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderung stieg auf fast zwölf Prozent und liegt damit etwa doppelt so hoch wie die allgemeine Quote. Menschen mit Behinderung finden zudem deutlich schwerer aus der Arbeitslosigkeit in Beschäftigung zurück. Zwei Drittel der Unternehmen erfüllen die gesetzliche Verpflichtung, mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen, nicht. Jedes vierte Unternehmen beschäftigt gar keine Menschen mit Behinderung, weitere 35 Prozent bleiben unter der vorgeschriebenen Quote. Der durchschnittliche Beschäftigungsanteil sank auf 4,4 Prozent – den niedrigsten Wert seit 2013.
Die Studie betont, dass Inklusion ein strategischer Erfolgs­faktor ist und es zahlreiche Unterstützungsangebote für Unternehmen gibt, und fordert stärkere betriebliche und politische Anstrengungen.





Schulleitungen wünschen sich mehr multiprofessionelle Unterstützung

Die repräsentative Cornelsen Schulleitungsstudie zeigt, dass die mentale Gesundheit von Lehrkräften und Schüler*innen nach dem Personalmangel der zweitgrößte Stressfaktor für Schulen ist. Zu weiteren Herausforderungen gehören soziale Auffälligkeiten in der Schüler*innenschaft und Lernschwierigkeiten. Um diese zentralen Aufgaben besser bewältigen zu können, wünschen sich 96 Prozent der Schulleitungen mehr multiprofessionelle Unterstützung, etwa von Schulsozialarbeiter*innen, Schulpsycholog*innen, Erzieher*innen, Lernbegleiter*innen und Inklusionsbeauftragten. Berufsschulen wurden für die Studie erstmals separat betrachtet und erweisen sich als „Hidden Champions“ – sie gehen Personalgewinnung pragmatischer an und sind in den Bereichen Digitalisierung und KI offener.
Insgesamt bewertet die Mehrheit der Schulleitungen das deutsche Schulsystem als ungerecht und setzt auf bedarfsorientierte Schulentwicklung sowie Programme wie das Startchancenprogramm, um Bildungschancen zu verbessern.
Die Studie wird vom FiBS Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie unter Beteiligung von Prof. Dr. Klaus Hurrelmann gemeinsam mit dem Cornelsen Verlag durchgeführt.





UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland 2025

Der UNICEF-Bericht zeigt, dass viele Kinder und Jugendliche in Deutschland weiterhin ungleiche Chancen beim Aufwachsen, in der Bildung, Gesundheit und Teilhabe haben. Der Abstand zwischen gut unterstützten und besonders benachteiligten jungen Menschen wächst. Besonders betroffen sind Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren, deren psychisches Wohlbefinden deutlich schlechter ist als bei Jüngeren: Nur rund 31 Prozent berichten von hoher Lebenszufriedenheit. Besonders Mädchen berichten häufiger von Einsamkeit und psychischen Belastungen. Armut betrifft rund neun Prozent der Kinder und wirkt sich negativ auf alle Lebensbereiche aus. Unterstützung durch Familie, Schule und soziales Umfeld ist zentral, wird jedoch oft als unzureichend erlebt.
UNICEF fordert gezielte Investitionen von Bund, Ländern und Kommunen, etwa den Ausbau des Startchancenprogramms, die Umsetzung der EU-Kindergarantie, bessere Bedingungen für geflüchtete Kinder sowie niedrigschwellige Angebote zur Förderung der mentalen Gesundheit und stärkere Beteiligungsrechte für junge Menschen.





18. Jugendberichtskommission nimmt Arbeit auf

Berichtsauftrag für die Sachverständigenkommission für den 18. Kinder- und Jugendbericht ist zu untersuchen, mit welchen Maßnahmen die Kinder- und Jugendhilfe so abgesichert werden kann, dass sie auch zukünftig junge Menschen verlässlich schützen kann. Der Bericht mit Stellungnahme der Bundesregierung soll dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat 2027 vorgelegt werden.




Veranstaltungen

Biologische Vielfalt schützen, Klima stärken – Impulse für die Jugendarbeit mit „Handeln JETZT!“
28. Januar 2026
10.00 Uhr bis 11.30 Uhr
online

Wie können junge Menschen darin unterstützt werden, sich für eine gerechte und lebenswerte Zukunft einzusetzen? Wie lassen sich Themen wie biologische Vielfalt und Klimagerechtigkeit sinnvoll in pädagogische Angebote integrieren? Das Projekt „Handeln JETZT!“ der Jugendumweltverbände BUNDjugend, Naturfreundejugend und Naturschutzjugend im NABU (NAJU) bietet konkrete Anregungen, um diese Themen in die Praxis zu bringen und unterstützt mit dem Förderfonds „Young Impact Fund“ Gruppen aus der Jugend(sozial)arbeit bei der Umsetzung eigener Projekte.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Paritätischen “Inforeihe Kinder, Jugend und Familie” statt. Die Teilnahme ist kostenlos.





Eine unterschätzte Aufgabe: das Ringen um die richtigen Rahmenbedingungen für die Schulsozialarbeit. Befunde aus dem Projekt „Schulsozialarbeit im bundesweiten Vergleich“
2. Februar 2026
16.00 Uhr bis 17.30 Uhr
online

Im Rahmen des Vortrags werden aktuelle Befunde zu den Rahmenbedingungen des Arbeitsfelds aus einer bundesweiten Fachkräftebefragung vorgestellt und im Hinblick darauf diskutiert, wie Träger der Schulsozialarbeit diese Bedingungen förderlich gestalten können.

Die Teilnahme ist kostenlos.





Online-Veranstaltung: Kunst studieren mit Behinderung: digitale ART+ Infoveranstaltung
3. Februar 2026
16.00 Uhr bis 17.30 Uhr
online

EUCREA Verband für Kunst und Behinderung e.V. lädt zur digitalen ARTplus-Infoveranstaltung ein. Das Event richtet sich an kreative junge Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankung, Neurodivergenz und Gehörlosigkeit, die sich für ein Studium in Kunst, Musik, Tanz oder Schauspiel interessieren und mehr über ihre Möglichkeiten erfahren möchten.
In einem kompakten Online-Format stellt EUCREA mit dem Programm ARTplus vor, wie der Einstieg in künstlerische Studiengänge gelingen kann. Dabei geben Partnerhochschulen und Teilnehmer*innen des Programms Einblicke in ihre Erfahrungen. EUCREA informiert darüber, wie der Weg in ein künstlerisches Studium unterstützt werden kann.  

Die Veranstaltung wird in DGS übersetzt.





Das “Team Jugendsozialarbeit im Paritätischen” bedankt sich für Ihr Interesse an unserem Monatsreport und wünscht Ihnen Frohe Festtage und einen guten Start ins Neue Jahr – gemeinsam für mehr Toleranz, Offenheit und Vielfalt!