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Monatsreport 03-25


Der Paritätische Gesamtverband Bundeskoordination Jugendsozialarbeit

Monatsreport 03-25

Jugendsozialarbeit im Paritätischen

Die Illustration zeigt eine lächelnde Person, die am Laptop arbeitet und im Rollstuhl sitzt. In der Umgebung befinden sich bunte geometrische Formen und Diagramme, wie ein Farbrad, Pfeile und eine treppenartige Struktur, die Kraft, Optimismus und Entwicklung symbolisieren.

Aktuelles

Paritätischer fordert Infrastrukturinitiative zur Förderung gemeinnütziger Angebote

Anlässlich der Verständigung von Union und SPD auf einen Investitionsfonds und den laufenden Sondierungen fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband eine soziale Zeitenwende. Eine Infrastrukturinitiative zur Förderung gemeinnütziger Angebote müsse Teil des geplanten 500 Milliarden-Euro-Investitionsfonds sein. Äußere, innere und soziale Sicherheit seien gleichermaßen zu gewährleisten.
Gemeinnützige Initiativen und die Freie Wohlfahrt seien Bollwerke der Demokratie, da sie mit ihren vielen Angeboten sozialer Verunsicherung und Ausgrenzung entgegenwirken und dabei helfen, verlorenes Vertrauen wiederherzustellen. Diese Arbeit und die soziale Infrastruktur stehen jedoch vor großen Herausforderungen. Dazu zählen enorme Investitionsbedarfe für Klimaschutz, Klimaanpassung und Digitalisierung. Zur konkreten Ausgestaltung einer solchen Zeitenwende hatte der Paritätische Gesamtverband zu Beginn des Wahlkampfes allen demokratischen Parteien 50 Maßnahmen vorgeschlagen, die auf die To-Do-Liste der neuen Bundesregierung gehören.




Regierungsbildung: Paritätische Einordnung der Sondierungen

Die Fachabteilungen des Paritätischen Gesamtverbands haben eine ausführliche Auswertung der Sondierungen vorgelegt. So werden im Zusammenhang mit dem Sondervermögen Infrastruktur explizit Investitionen in die Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur benannt. Einzelne Punkte im Sondierungspapier wie die Einführung eines Startchancenprogramms Kita und die Weiterführung des Startchancenprogramms Schule, eine frühe Berufsorientierung für verbesserte Übergänge zwischen Schule und Beruf sowie die Verhinderung von Schulabbrüchen sind zu begrüßen.
Allerdings werden sie den Herausforderungen von Kindheit und Jugend in Deutschland nicht gerecht. Was junge Generationen brauchen, ist die Abschaffung von Kinderarmut, die umfassende Ermöglichung gleicher Teilhabechancen, ein funktionierendes Bildungsangebot und eine zukunftssichernde Klimapolitik. Unter anderem hier sind die Arbeitsgruppen in den Koalitionsverhandlungen nun aufgerufen, zu ergänzen, zu konkretisieren und insgesamt eine ambitioniertere soziale Politik zu vereinbaren.




Die offene Gesellschaft braucht die aktive und kritische Zivilgesellschaft! Reaktion auf die Angriffe auf zivilgesellschaftliches Engagement

Das demokratische Engagement der Zivilgesellschaft sei ein unerlässlicher, bereichernder Beitrag zu einer offenen und vielfältigen Gesellschaft, erklärt Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, in einer Stellungnahme zur Kleinen Anfrage zur „Politischen Neutralität staatlich geförderter Organisationen“ im Bundestag und ähnlichen Initiativen aus den vergangenen Wochen.
Der Paritätische kritisiert die Versuche parteipolitischer Einflussnahme auf zivilgesellschaftliches Engagement und erklärt seine Solidarität mit den angesprochenen Organisationen.
In der aktuellen Diskussion sei es wichtiger denn je, dass sich eine breite Zivilgesellschaft für die Rechte marginalisierter Gruppen einsetzt. Ihre Arbeit und deren Legitimität dürften in keiner Weise diskreditiert oder in Frage gestellt werden. Auch rechtsextreme Gruppen greifen vielerorts gezielt gemeinnützige Organisationen an. Im vergangenen Jahr hat der Paritätische die kurze und informative Handreichung „Rechtliche Rahmenbedingungen der politischen Betätigung von gemeinnützigen Organisationen“ veröffentlicht, die gern genutzt werden darf.




Verbände fordern selbstbestimmte Teilhabe und menschenrechtsbasierte Leistungen für Menschen mit Behinderungen

Verbände der freien Wohlfahrtspflege, der Selbstvertretung von Menschen mit Behinderungen, Teilhabe-Fachverbände, Selbsthilfeverbände sowie Dachverbände aus dem sozialpsychiatrischen Bereich haben sich in einem gemeinsamen Appell an die Abgeordneten des neu gewählten Bundestages und die künftige Bundesregierung gewandt.
Darin fordern sie, dass die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen die Leitschnur für die weitere politische und praktische Entwicklung des Bundesteilhabegesetzes sein muss. Dazu gehören etwa die rechtliche, finanzielle und organisatorische Stärkung der Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen im Rahmen der Vertragsverhandlungen, die Beibehaltung des bewährten sozialrechtlichen Leistungsdreiecks sowie einfachere und bundeseinheitliche Bedarfsermittlungsverfahren für alle Beteiligten, die sich auf die individuellen Lebensumstände fokussieren und das Selbstbestimmungsrecht achten.




BAGFW fordert Berücksichtigung der sozialen Infrastruktur im Koalitionsvertrag

Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege fordern Union und SPD dazu auf, im Koalitionsvertrag sowie bei der anstehenden Investitionsoffensive die soziale Infrastruktur der gemeinnützigen Organisationen fest einzuplanen. Gemeinnützige Organisationen spielen eine entscheidende Rolle bei der Sicherung des sozialen Zusammenhalts sowie der Krisen-Resilienz in unserer Gesellschaft und leisten täglich einen unverzichtbaren Beitrag zur Versorgung von Millionen Menschen mit sozialen Diensten und Einrichtungen. Deshalb sollte der gemeinnützigen Infrastruktur ein fester Platz in der geplanten Infrastrukturoffensive zustehen und mindestens jeder zweite Euro, der in der Säule Pflege/Soziales/Gesundheit/Teilhabe investiert wird, zugutekommen.




BAGFW-Arbeitshilfe: Geflüchtete aus der Ukraine mit vorübergehendem Schutz – Möglichkeiten der Aufenthaltsverfestigung

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) hat eine neue Arbeitshilfe veröffentlicht, die insbesondere Geflüchtete mit ukrainischer Staatsangehörigkeit fokussiert, die vom vorübergehenden Schutz erfasst sind und eine Aufenthaltserlaubnis nach § 24 AufenthG innehaben bzw. noch erteilt bekommen. Aktuell ist noch unklar, ob der vorübergehende Schutz nach § 24 AufenthG über den 4. März 2026 hinaus erneut verlängert wird. Viele dieser Personengruppen wünschen sich eine langfristige Perspektive in Deutschland und möchten sich frühzeitig über Möglichkeiten zur Verstetigung der Aufenthaltserlaubnis informieren. Die Arbeitshilfe möchte auf diesen Bedarf reagieren und entsprechende Informationen für die Beratungspraxis zur Verfügung stellen.




Breites Bündnis für eine Reform der Schuldenbremse

Anlässlich der Sondierungen zur Regierungsbildung hat der Paritätische gemeinsam mit 28 weiteren Verbänden und Organisationen einen Appell an die Union und SPD gerichtet, eine Reform der Schuldenbremse zum zentralen Bestandteil eines Koalitionsvertrags zu machen. Investitionen in die soziale Infrastruktur, einen sozial gerechten Klimaschutz und in die Daseinsvorsorge seien allgemein dringend nötig, um Deutschland für die Zukunft gut aufzustellen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern, heißt es in dem Appell, den Umwelt-, Wohlfahrts- und Sozialverbände, Gewerkschaften, Jugendverbände und Wirtschaftsverbände unterzeichnet haben.




Zwischenruf der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ: Jugend in der Pflicht?! Engagement stärken statt Zwang einführen.

Angesichts der wieder zunehmenden Debatten über Pflichtdienste hat die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ einen Zwischenruf veröffentlicht. Darin warnt sie davor, junge Menschen für gesamtgesellschaftliche Missstände und Krisen zu instrumentalisieren und kritisiert, dass diese an den Diskussionen nicht beteiligt werden. Zudem würden funktionierende und etablierte Formate ehrenamtlichen Engagements in der politischen Debatte nur unzureichend berücksichtigt und seien strukturell unterfinanziert.
Die AGJ weist darauf hin, dass sich bereits knapp die Hälfte aller 14- bis 25-Jährigen in Deutschland freiwillig engagiert und damit mehr als der Bevölkerungsdurchschnitt. Die Freiwilligendienste müssten gesichert, weiterentwickelt und gefördert werden. Im Sinne der Generationengerechtigkeit sollten alle Altersgruppen in den Angeboten und Möglichkeiten für freiwilliges Engagement mitgedacht und adressiert werden.





Veranstaltungen

Bildungsteilhabe in regionalen Übergangsstrukturen mit einem Schwerpunkt auf die Perspektive junger Erwachsene: Projektvorstellung
10. April 2025
14.00 bis 16.00 Uhr
online

Wie können die Strukturen der beruflichen Bildung inklusiver ausgestaltet werden und welche Handlungsansätze können dafür der Fachpraxis gegeben werden? Diese Fragen stehen im Zentrum des Projektes „Inklusion in der beruflichen Bildung: Bildungsteilhabe in regionalen Übergangsstrukturen mit einem Schwerpunkt auf die Perspektive junger Erwachsene“ der Stiftung Universität Hildesheim und des Deutschen Jugendinstituts. In der Veranstaltung werden das Projekt sowie die zentralen Ergebnisse vorgestellt und mit den Teilnehmenden diskutiert.

Die Teilnahme ist kostenlos.





Veranstaltungstipp: Implementierung betrieblicher Klimaschutzmaßnahmen – Vom CO2-Fußabdruck zur Nachhaltigkeitsstrategie

In seiner Veranstaltungsreihe informiert der Paritätische Landesverband Bayern darüber, wie in sozialen Einrichtungen Strukturen und Prozesse angepasst werden können, um ein (noch) klimafreundlicheres Arbeiten zu ermöglichen. Zu den Themen der kommenden Veranstaltungen gehören klimagesunde Verpflegung, nachhaltige Beschaffung, Finanzierungsmöglichkeiten und Fördertöpfe für Klimaschutz sowie klimafreundliche Mobilität. Verschiedene Expert*innen geben praxisnahe Inputs und stehen für die Fragen der Teilnehmer*innen zur Verfügung.

Die Teilnahme ist kostenlos.





Reminder: Veranstaltungen für die Aktionswoche Selbsthilfe 2025 jetzt eintragen und Material bestellen!

Die bundesweite Aktionswoche Selbsthilfe findet in diesem Jahr vom 16. bis 25. Mai statt. Wenn Sie im Aktionszeitraum eine Veranstaltung planen – egal ob Workshop, Info-Veranstaltung, Tag der offenen Tür oder ein digitales Format – dann tragen Sie sie jetzt in den bundesweiten Veranstaltungskalender zur Aktionswoche ein. In diesem Kalender finden sich auch Veranstaltungen zum Thema „Junge Selbsthilfe“.  Jede Veranstaltung trägt dazu bei, die Vielfalt der Selbsthilfe sichtbar zu machen und noch mehr Menschen zu erreichen. Sie können außerdem kostenfreies Material wie Plakate, Postkarten, Aufkleber und Stoffbanner für Ihre Veranstaltung bestellen.