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Monatsreport 10-25


Der Paritätische Gesamtverband Bundeskoordination Jugendsozialarbeit

Monatsreport 10-25

Jugendsozialarbeit im Paritätischen

Die Illustration zeigt ein Jugendzentrum mit bunten geometrischen Formen sowie zwei Bäumen.

Aktuelles

Expertise des Paritätischen zum Bildungs- und Teilhabepaket (BuT)

Der Paritätische Gesamtverband kritisiert das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) als bürokratisch und ineffektiv. Eine Studie der Paritätischen Forschungsstelle kam zu dem Ergebnis, dass die Teilhabeleistungen mindestens 81 Prozent der anspruchsberechtigten Kinder und Jugendlichen nicht erreichen. Damit wird das Ziel, finanziell benachteiligten Familien Freizeit- und Sportaktivitäten zu ermöglichen, weiterhin verfehlt. Der Paritätische fordert, die geplante Erhöhung der Teilhabeleistung von 15 auf 20 Euro monatlich pauschal an alle berechtigten Kinder und Jugendlichen auszuzahlen, um Bürokratie abzubauen. Zudem müsse ein Rechtsanspruch auf Angebote der Kinder- und Jugendarbeit geschaffen werden. Hauptgeschäftsführer Joachim Rock betont, in einem reichen Land wie Deutschland sei Kinderarmut ein unhaltbarer Zustand.




Paritätischer Gesamtverband zur möglichen Wiedereinführung der Wehrpflicht und des Zivildienstes

Vor dem Hintergrund einer möglichen Wiedereinführung der Wehrpflicht und des Zivildienstes hat der Paritätische Gesamtverband eine Positionierung beschlossen, die an die Grundhaltung „Freiwilligkeit statt Pflicht“ anknüpft. Freiwilligendienste dürfen nicht in Konkurrenz zu Wehr- oder Zivildiensten geraten und müssen dauerhaft und gesetzlich gestärkt werden. Wer bereits einen Freiwilligendienst absolviert hat, soll von Pflichtdiensten befreit werden. Vermieden werden soll zudem eine Hierarchisierung von Engagement oder die Benachteiligung bestimmter Gruppen. Der Paritätische fordert außerdem, zivilgesellschaftliche Akteure und junge Menschen aktiv an den Debatten zu beteiligen.




Auftakt zum Bündnis für Kinder aus psychisch und suchtbelasteten Familien

Das Bündnis KipsFam will dazu beitragen, dass jedes Kind in Deutschland gesund und mit fairen Zukunftschancen aufwachsen kann. Etwa vier Millionen Kinder in Deutschland leben mit einem zeitweise psychisch oder suchtkranken Elternteil. Um diese Kinder und ihre Familien bedarfsgerecht zu unterstützen, haben sich im Bündnis KipsFam Verbände aus Gesundheitswesen, Suchthilfe, Eingliederungshilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Wissenschaft und Selbsthilfe zusammengeschlossen. Das von der Auridis-Stiftung geförderte Projekt will familienzentrierte, interdisziplinäre Angebote fördern und in die Regelversorgung überführen. Ziel sind verbindliche Strukturen und frühzeitige Unterstützung, die Lebensqualität verbessern und Gesundheitskosten senken.




Weisung des Auswärtigen Amtes zu Härtefällen beim Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten veröffentlicht

Die vom Auswärtigen Amt veröffentlichte Weisung zu Härtefällen beim Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten legt die Kriterien sehr restriktiv aus. So soll ein Härtefall nur bei Trennungszeiten von bis zu zehn Jahren oder in singulären Einzelschicksalen – etwa bei dringender Gefahr für Leib und Leben – anerkannt werden. Selbst unbegleitete Kinder im Ausland gelten nicht automatisch als Härtefall. Betroffene müssen umfangreiche Nachweise erbringen und die Entscheidung bleibt eine Ermessensfrage. Der Paritätische Gesamtverband kritisiert diese Vorgaben als verfassungs- und menschenrechtswidrig sowie als Verstoß gegen die UN-Kinderrechtskonvention, da sie das garantierte Recht auf Familienleben verletzen und das Kindeswohl missachten. Er fordert dringend eine humanere, kinder- und menschenrechtskonforme Überarbeitung der Weisung.




Bundesverband Queere Bildung zu geschlechtergerechter Sprache in der Schule

Geschlechtergerechte Sprache ist ein unerlässlicher Bestandteil respektvollen Miteinanders, heißt es in dem Positionspapier, das der Bundesverband Queere Bildung zu geschlechtergerechter Sprache in der Schule veröffentlicht hat. Der Verband beobachtet mit Sorge, dass geschlechterinklusive Formulierungen wieder zunehmend verdrängt werden sollen. Politische Entscheidungsträger*innen und Pädagog*innen tragen Verantwortung, einen respektvollen Umgang mit trans*, inter* und nichtbinären Menschen zu gewährleisten.

Zu den Forderungen des Positionspapiers gehören die Schaffung von Rahmenbedingungen für respektvolle Sprache, die geschlechterinklusive Weiterentwicklung bestehender Rahmenbedingungen sowie die Einbeziehung der Expertise queerer Menschen. Schulen sollen Handlungsspielräume nutzen und inklusive Lernräume schaffen, indem sie geschlechtergerechte Sprache reflektieren, in den Unterricht integrieren und Strategien gegen Diskriminierung entwickeln.




BAGFW: Mitgliederbefragung zur Anmietung von Gewerbeflächen in der Freien Wohlfahrtspflege

Unter Federführung des Paritätischen führt die BAGFW eine bundesweite Online-Befragung zur Anmietung von Gewerbeflächen in der Freien Wohlfahrtspflege durch. Ziel ist es, Entwicklungen bei Gewerbemieten sichtbar zu machen und eine fundierte flächendeckende Datengrundlage für die politische Interessenvertretung zu schaffen. Einrichtungen werden aufgerufen, bis zum 10. November 2025 an der Online-Befragung teilzunehmen. Die Befragung ist anonym, dauert 5–10 Minuten und hilft dabei, die Stimme der Wohlfahrtspflege und die Positionierung des Paritätischen zu stärken.




Portal zu jüdischem Leben und Antisemitismusprävention

Ziel des gemeinsamen Online-Portals der Kultusministerkonferenz (KMK) und des Zentralrates der Juden in Deutschland ist es, jüdisches Leben in Deutschland sichtbar zu machen, historisches Bewusstsein zu stärken und schulische Strukturen gegen Antisemitismus zu sensibilisieren. Dafür bietet die Website Lehrkräften, Multiplikator*innen und Interessierten umfangreiche Materialien, Empfehlungen und Hintergrundinformationen. Die Inhalte sind thematisch gegliedert und für den Einsatz in verschiedenen Schulformen und Fächern geeignet.




Publikation der BAG Selbsthilfe zu Auswirkungen des Klimawandels auf psychisches Wohlbefinden

Die Publikation „Klima und Psyche“ der BAG Selbsthilfe analysiert die psychischen Auswirkungen des Klimawandels und zeigt Wege zur Resilienz. Besonders gefährdet für klimabedingte gesundheitliche Folgen sind Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen und Menschen ohne soziale Unterstützung. So kann Hitze Konzentration, Stimmung und Medikamentenwirkung negativ beeinflussen und bestehende Belastungen verstärken.

Jugendliche sind aufgrund ihrer Entwicklungsphase und langen Lebensperspektive besonders vulnerabel und benötigen Räume für Austausch, Kreativität und Selbstwirksamkeit. Pädagogische Ansätze sollten Klimaresilienz fördern, Emotionen ernst nehmen und gemeinsames Handeln stärken. So zeigen etwa Projekte, die Kunst, Bildung und Klimathemen verbinden, wie Selbstreflexion und soziale Teilhabe gefördert werden können. Klimagerechtigkeit und Intersektionalität bilden dabei zentrale Leitprinzipien, um Solidarität, psychische Resilienz und ökologisches Bewusstsein zu verbinden.




Bundestag beschließt Gesetz über die Einführung einer bundeseinheitlichen Pflegefachassistenzausbildung

Der Bundestag hat am 9. Oktober 2025 das Gesetz zur Einführung einer bundeseinheitlichen Pflegefachassistenzausbildung beschlossen. Ab 2027 wird die Ausbildung bundesweit geregelt und 18 Monate dauern. Der Paritätische begrüßt ausdrücklich die Vereinheitlichung und sektorübergreifende Ausrichtung, kritisiert jedoch fehlende Abstimmung mit der Pflegefachkraftausbildung und die Übernahme alter Finanzierungsregelungen. Positiv ist, dass künftig auch Rehabilitationseinrichtungen Ausbildungsträger sein können und Anerkennungsverfahren für Abschlüsse aus Drittstaaten vereinfacht werden.




Neues aus dem Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit

Stellungnahme zum Tag der psychischen Gesundheit

Zum Welttag der psychischen Gesundheit warnt der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit vor steigenden psychischen Belastungen benachteiligter Jugendlicher. Faktoren wie Armut, Bildungsbenachteiligung, Migrations- und Fluchterfahrungen oder fehlende soziale Unterstützung erhöhen ihr Risiko für psychische Erkrankungen deutlich. Gleichzeitig ist psychische Gesundheit eine entscheidende Grundlage für Bildungserfolg, berufliche Integration und gesellschaftliche Teilhabe.

Der Verbund appelliert an die Regierung, ihre Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag zügig umzusetzen. Dazu gehören insbesondere Maßnahmen zur Prävention, Früherkennung und Versorgung, einschließlich besserer Verzahnung von Bildung, Jugendhilfe und Gesundheit. Jugendsozialarbeit spielt dabei eine Schlüsselrolle, da sie stabilisierende Vertrauensbeziehungen und Orientierung bietet und als Schnittstelle zwischen Schule, psychosozialer Unterstützung und dem Sozialsystem fungiert. Dafür braucht es verlässliche Finanzierung, mehr Zeit für Beziehungsarbeit, Fachkräftebindung und weniger Bürokratie.




Fachveranstaltung: Einsamkeit bei jungen Menschen begegnen – Impulse für die Jugendsozialarbeit
9. Dezember 2025
10.00 Uhr bis 12.00 Uhr
online

Einsamkeit ist ein ernstzunehmender Faktor für die psychische Gesundheit junger Menschen. Fast die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland erlebt moderate bis starke Einsamkeit. Besonders betroffen sind benachteiligte Gruppen, die ohnehin mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert sind. Die gemeinsame Veranstaltung der im Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit zusammengeschlossenen Verbände bietet fundierte Einblicke in aktuelle Forschung und Praxis und entwickelt mit den Teilnehmenden Perspektiven für die Jugendsozialarbeit.

Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen bis zum 5.12.2025.





Veranstaltungen

Herbst-/Winterworkshops für die Selbsthilfe
13. November 2025 bis 11. Dezember 2025
online

Das Projekt „Zukunft der Selbsthilfe: Gemeinsam stark für Sichtbarkeit, Vielfalt und Vernetzung“ des Paritätischen Gesamtverbands unterstützt haupt- und ehrenamtlich Engagierte dabei, ihre Öffentlichkeitsarbeit strategisch weiterzuentwickeln, neue Zielgruppen zu erreichen und digitale Kompetenzen auszubauen. Die vielfältigen Veranstaltungsformate sind praxisorientiert, niedrigschwellig und so gestaltet, dass die Teilnehmenden das Gelernte direkt und auch mit begrenzten Ressourcen in ihrer Selbsthilfearbeit einsetzen können.

Die Teilnahme ist kostenlos.





Psychische Gesundheit stärken: Junge Menschen am Übergang Schule-Beruf
18. November 2025
13.00 Uhr bis 14.30 Uhr
online

Der Übergang von der Schule in die Ausbildung und den Beruf ist für junge Menschen vielerorts eine Zeit mit besonderen Herausforderungen – die auch mit psychischen Belastungen und Erkrankungen einhergeht. Im Zentrum der Veranstaltung steht die Frage, wie die jungen Menschen sowie Fachkräfte im Umgang mit psychischen Krisen unterstützt werden können.

Die Teilnahme ist kostenlos.





Bundesweiter Vorlesetag am 21. November 2025

Lesen gehört zu den schönsten Möglichkeiten, sich die Welt zu erschließen und an der Gesellschaft teilzuhaben. Aktuelle Bildungsstudien belegen jedoch, dass bei der Lesekompetenz Handlungsbedarf besteht. Der bundesweite Vorlesetag, initiiert von der Stiftung Lesen, soll ein Zeichen für Leseförderung setzen. Der Paritätische Gesamtverband unterstützt das Vorhaben, Menschen fürs Lesen zu begeistern, und lädt dazu ein, den nächsten bundesweiten Vorlesetag am 21. November 2025 aktiv mitzugestalten.




Chancen schaffen für junge Menschen – Jugendberufsagenturen als Partner für den Übergang von der Schule in den Beruf
24. November 2025
13.00 Uhr bis 15.00 Uhr 
online

Im Zentrum der Veranstaltung stehen die Fragen: Welche Rolle kommt Jugendberufsagenturen zu, um junge Menschen am Übergang Schule-Beruf zu unterstützen? Welchen Beitrag können sie leisten, um insbesondere junge Menschen ohne formale Qualifizierung zu unterstützen? Wie können sie bei der Berufsorientierung junge Menschen unterstützen? Ein Praxisbeispiel zeigt zudem mögliche Schnittstellen zwischen Jugendberufsagenturen und sozialen Einrichtungen.

Die Teilnahme ist kostenlos.





Gelingende Übergänge gestalten: Kooperation und Netzwerke als Schlüssel zur Teilhabe am Übergang Schule-Beruf
3. Dezember 2025
10.00 Uhr bis 15.45 Uhr
online

Ein zentraler Faktor, um junge Menschen besser beim Übergang von der Schule in den Beruf zu unterstützen, ist Kooperation und Netzwerkarbeit auf Augenhöhe. In der Online-Veranstaltung werden verschiedene Netzwerke aus der Praxis, die am Übergang tätig sind, vorgestellt und diskutiert. Welche Vorteile bieten sie, was können sie leisten und wie können Netzwerke zwischen Akteuren aus verschiedenen Bereichen gefördert und initiiert werden? Wie werden die Stimmen junger Menschen einbezogen? Welche Handlungsempfehlungen gibt es zur stärkeren Förderung junger Menschen am Übergang?

Die Teilnahme ist kostenlos.