Projekt „Teilhabeforschung: Inklusion wirksam gestalten“

In dem Projekt „Teilhabeforschung: Inklusion wirksam gestalten“ entwickelt der Paritätische Gesamtverband, als Vertreter von Menschen mit Behinderungen sowie ihrer Organisationen, Vorschläge zur Verbesserung der Lebenssituation und Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigungen. Denn, anders als in der UN Behindertenrechtskonvention vereinbart, wird der aktuelle Forschungsstand diesen Ansprüchen nicht gerecht und weist große Defizite auf.

Bericht 2020

Teilhabebericht des Paritätischen Gesamtverbands 2020

Der zweite Teilhabebericht des Paritätischen Gesamtverbands ist da! Der Schwerpunkt liegt auf der Teilhabe von Frauen und Männern mit Beeinträchtigungen im frühen und mittleren Erwachsenenalter– also auf Personen, die zwischen 18 und 49 Jahre alt sind. Der Bericht bezieht sich auf Menschen in Privathaushalten und basiert auf Daten von 2018.

Einige zentrale Ergebnisse sind: 

  • 38,8 Prozent der Menschen mit Beeinträchtigungen bzw. 37,6 Prozent der Menschen mit Schwerbehinderung geben an, oft oder eher oft einsam zu sein. Von den Menschen ohne Beeinträchtigungen bestätigen das nur 15,8 Prozent. 

  • Mit 32,4 Prozent sind Männer mit Beeinträchtigungen mehr als doppelt so häufig von Armut betroffen wie Männer ohne Beeinträchtigungen (14,6 %). Sie leben ebenfalls häufiger als Frauen mit Beeinträchtigungen (28,1 %) in Armut. Frauen ohne Beeinträchtigungen weisen eine Armutsquote von 16,7 Prozent auf. Zwischen 2010 und 2018 steigen die Armutsquoten bei Frauen und Männern im jungen/mittleren Alter deutlich an – bei den Frauen mit Beeinträchtigungen um 5 Prozentpunkte, bei den jeweiligen Männern sogar um 12,5 Prozentpunkte. 

  • Fast drei Mal so häufig beziehen Frauen (35,5 %) und Männer (33,5 %) mit Beeinträchtigungen Grundsicherungsleistungen im Vergleich zu Personen ohne Beeinträchtigungen. Bei den Frauen mit Beeinträchtigungen ist der Anteil zwischen 2010 und 2018 stark gestiegen, und zwar von 22,7 Prozent um rund 13 Prozentpunkte.

Einige zentrale Forderungen sind:

  • Einsamkeit vorbeugen durch den Kampf gegen Armut sowie die Förderung von Beschäftigung und sozialer Teilhabe.

  • Der Paritätische fordert, das Kriterium des Mindestmaßes wirtschaftlich verwertbarer Arbeitsleistung als Zugangsvoraussetzung zu einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) im SGB IX zu streichen. Um die Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderungen wirksam zu bekämpfen, bedarf es über Projekte und Einzelmaßnahmen hinaus eines Gesamtkonzeptes zur Entwicklung inklusiver betrieblicher Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten.

  • Wenn Menschen nicht teilhaben können, darf es keine individuelle finanzielle Verpflichtung zur Überwindung der Barrieren geben. Die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung muss unabhängig vom Einkommen und Vermögen gewährt werden.

  • Das Wunsch- und Wahlrecht der Menschen durchsetzen und etwa den Mehrkostenvorbehalt abschaffen.

Den gesamten Bericht sowie eine Zusammenfassung in Leichter Sprache  finden Sie Öffnet externen Link in neuem Fensterhier. Eine barrierefreie Version sowie eine Audioversion werden in Kürze zur Verfügung gestellt.

Wir wünschen eine anregende Lektüre!

 

 

Bericht 2019

Projektbeschreibung

Beirat

Gefördert durch die

Aktuelle Fachinformationen

Der Paritätische hat gemeinsam mit den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege zum Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen (Teilhabestärkungsgesetz) Stellung genommen.

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Die Vision einer inklusiven Medienlandschaft war Schwerpunktthema der 60. Konferenz der Beauftragten von Bund und Ländern für Menschen mit Behinderungen Ende November. Mit einem 10-Punkte-Programm für barrierefreie und inklusive Medien wollen die Beauftragten die Umsetzung der...

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Kontakt

Fenster zum E-Mail-Versand öffnenJanine Lange
Paritätische Forschungsstelle
Referentin für Sozial- und Teilhabeforschung
Tel.: 030|24636|340

Fenster zum E-Mail-Versand öffnenSarah Maria Fuchs
Sachbearbeitung
Tel.: 030|24636|344

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