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Projekt zur Digitalen Kommunikation

#GleichImNetz

Smartphone auf einem einem Tisch: Auf dem Bildschirm steht groß "Hello"
Tyler Lastovich/Unsplash
Wie können wir sozialen Organisationen zu mehr Internetpräsenz verhelfen? Wie können wir den Menschen, für die wir uns als freie Wohlfahrtspflege täglich einsetzen, auch online Gehör verschaffen? Wie können wir soziale Werte in Online-Debatten am geschicktesten platzieren? Wie können wir uns untereinander – fachlich, organisatorisch, privat – mit Hilfe digitaler Kommunikationsmittel noch besser vernetzen und ortsungebunden zusammenarbeiten? An diesen Fragen setzt das Projekt #GleichImNetz des Paritätischen Gesamtverbands an.
Smartphone an einem Handyhalter, auf dessen Bildschirm zwei sich unterhaltende Menschen, Hintergrund zum Handy ist unscharf und zeigt Büroeinrichtung
Foto von George Milton von Pexels / Foto von George Milton von Pexels
Foto von George Milton von Pexels

Smartphone-Videos für Social Media - ein Leitfaden

Bewegtbilder in den sozialen Netzwerken erhöhen die Aufmerksamkeit für deine Organisation und fördern die Interaktivität mit deinen Followern. In diesem Leitfaden samt abschließender Checkliste fassen wir zusammen, worauf Du achten solltest.

1. Die Plattform

Videoclips lassen sich in nahezu allen größeren sozialen Netzwerken veröffentlichen. Es ist sinnvoll, mehrere Plattformen deines Online-Auftritts einzubeziehen, um die Zielgruppen-Reichweite des Videos zu erhöhen. Wähle dabei die Kanäle aus, auf denen du deine Zielgruppen erreichst und die zum Videoinhalt passen.

Bei den meisten Social-Media-Kanälen ist aber auch die Klickzahl ein wichtiger Faktor für den Algorithmus, um die Reichweite zu erhöhen. Es kann durchaus sinnvoll sein, sich einen oder zwei Hauptquellen auszusuchen, wo das Video dann gut läuft und es überall sonst nur zu zitieren.

Denn verschiedene Plattformen eignen sich für unterschiedliche Inhalte. Orientieren kannst du dich zum Beispiel an folgenden Faustregeln:

  • Facebook/ Twitter: kurze Videos, die sich schnell konsumieren lassen und gut unterhalten sowie Live-Streams (Facebook)
  • Instagram: kurze, visuell beeindruckende Videos, sehr gut geeignet für Einblicke in Organisationen, Mitarbeitenden-Testimonials oder -Interviews und Stories
  • YouTube: Längerer Content, Vorträge, Podiumsdiskussionen, Anleitungen, Video-Serien
  • TikTok: sehr kurze, aktionsreiche, spielerische Videos (15 Sekunden)
  • LinkedIn/ Xing: Case Studies, Testimonials

Diese unterschiedlichen Schwerpunkte hängen zum einen von den Spezifikationen der Plattformen ab. Zum anderen haben sie damit zu tun, welche Themen in dem sozialen Netzwerk dominant sind, welche Nutzer*innen sich dort aufhalten und welche Erwartungen diese mitbringen.

Beispiele: LinkedIn oder Xing nutzen die wenigsten mit der Absicht, sich unterhalten zu lassen – im Gegensatz zu Facebook. Auf Instagram stehen visuelle Qualitäten klar im Mittelpunkt, während sich Nutzer*innen auf Twitter über Texte informieren. YouTube dagegen besuchen Personen auch einmal, um tiefer in ein Thema einzutauchen und/ oder mehr Zeit zu investieren.

2. Die Länge

In den meisten Fällen und in Netzwerken wie Instagram, Twitter und Facebook gilt für die Länge von Videos “weniger ist mehr”. Denn Nutzer*innen bringen in der Regel wenig Zeit und Bereitschaft mit, sich mit längeren Inhalten auseinanderzusetzen. Außerdem sind kürzere Videos für das Ansehen unterwegs auf mobilen Geräten besser geeignet.

Mehrere Studien empfehlen, Facebook-Videos kürzer als zwei Minuten zu halten. Für einen Instagram-Beitrag hast du 60 Sekunden zur Verfügung. Mittlerweile sind auch längere Videos auf Instagram IGTV (bis zu 60 min.) oder Story aus mehreren Teilen (15 sek./ Story) populär. Längere Inhalte hebst du dir am besten für YouTube auf. TikTok-Videos sind 15 Sekunden lang.

3. Die ersten Sekunden

Die ersten Sekunden sind die wichtigsten, da sich hier entscheidet, ob ein Zuschauer dranbleibt. Versuche gleich im Intro die Aufmerksamkeit deiner Zielgruppe zu wecken, indem du eine Frage stellst oder eine interessante Aufnahme an den Anfang setzt.

4. Seitenverhältnis und Format

Auf Instagram solltest du folgende Seitenverhältnisse bevorzugen: Fernsehformat (16:9), Quadrat (1:1) oder Porträt (4:5). Für YouTube und Twitter 16:9. Bei Facebook kannst du sowohl Quer- als auch Hochkantformate nutzen. Das Hochkantformat gewinnt an Bedeutung, weil es besser für das Konsumieren über Mobilfunkgeräte geeignet ist. Wenn du mit deiner Standard Kamera-App filmst, kannst du dich i.d.R. nur zwischen Hoch- und Querformat entscheiden. Video-Beiträge, die du in der Instagram-App filmst, werden gleich im 1:1-Format gespeichert.

Für das Dateiformat empfehlen alle Plattformen mov. und mp4. Andere gängige Videoformate funktionieren jedoch auch. Übersichten zu den Seitenverhältnissen und Dateiformaten finden sich hier.

Um die Barrierefreiheit deiner Videos zu gewährleisten, denke daran, Untertitel hinzuzufügen. Auch sehen immer mehr Menschen Videos ohne Ton, z.B. in der Bahn oder im Wartezimmer. Auf YouTube gibt es eine einfach anwendbare Möglichkeit, um Untertitel als Textdatei hochzuladen oder automatisch generieren zu lassen.

5. Die Qualität

Geht Qualität vor? Nicht nur aufwendig produzierte Hochglanzvideos sind in Social Media erfolgreich. Authentisch wirkende Handyclips sind manchmal die bessere Wahl, um Emotionen zu erzeugen und deinem Inhalt eine persönliche Note zu geben. Aber nur, wenn sie auch zum Inhalt passen. Für ein spontanes Video aus deinem Arbeitsalltag oder ein Statement bietet sich ein Video mit Handykamera an, für ein Imagevideo oder eine Reportage solltest du mehr Aufwand in die Erstellung und Nachbearbeitung investieren.

6. Die Tools

Wenn du Videos mit einem Programm schneiden möchtest, sieh dir die Eigenschaften des Tools an und überlege, was du in Zukunft brauchst.

  • Welche Bearbeitungsmöglichkeiten hat es?
  • Lassen sich unterschiedliche Formate erstellen?
  • Sollen sich die Videos direkt in die Plattform importieren lassen?
  • Wie viel Zeit möchtest du in die Einarbeitung investieren?
  • Was kostet das Tool?

Für einen allerersten Einstieg empfehlen wir die Standard Kamera-App auf deinem Smartphone zum Filmen. Hinsichtlich Bedienbarkeit, Funktionen und Einarbeitungszeit für Anfänger*innen schlagen wir folgende Tools für den Schnitt des Videos vor:

7. Vertonung

Nutze für besseren Ton bei der Aufnahme deines Videos ein Lavalier-Mikrofon mit Windschutz zum Anstecken. Das Kabel kommt dabei in den Audio-Eingang deines Smartphones.

Bei so manch einem Video darf die passende Musik nicht fehlen! Die Kinemaster-App für das Smartphone enthält schon einen Pool an Musikstücken unter freier Lizenz, die du dir aussuchen und unter dein Video legen kannst.

YouTube selbst hat eine Audio Bibliothek - hier findet man kostenlos verwendbare Musik und Soundeffekte, die man in Videos einbauen kann. Es gibt unzählige Songs zu verschiedensten Genres, Stimmungen und in verschiedenster Dauer. Mehr dazu im Webzeugkoffer-Beitrag.

8. Upload

Den Import deines Videos nimmst du auf der Social-Media-Plattform selbst vor. Einige Schnittprogramme bieten auch die Möglichkeit das Video direkt in den Social-Media-Kanal hochzuladen.

Wenn du z.B. ein Video auf YouTube hochlädst, kannst du den YouTube-Link auch auf anderen Kanälen teilen. Informationen zum Video-Upload auf Instagram gibt es in diesem Beitrag im Webzeugkoffer.

9. Beispiele für Statement-Videos

#unhatewomen: Es ist Zeit, etwas zu ändern. (TERRE DES FEMMES - Menschenrechte für die Frau e.V.): https://www.youtube.com/watch?v=C4d8rmS6IBc&ab_channel=ARTEde

Palermo Appell | Zivilgesellschaft, Kirche und Politik für Seenotrettung | Seebrücke | Juni 2019 (Seebrücke): https://www.youtube.com/watch?v=2IZT5P895pk

#leavenoonebehind - an die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (diverse): https://www.youtube.com/watch?v=0mTndRMvzRo

#SupportSocial - Unterstütze soziale Arbeit jetzt! (Paritätische Online-Scouts, Paritätischer Gesamtverband): https://www.youtube.com/watch?v=mDvNXLH6Nac

Ein Statement von 90+ Youtubern (Rezo u.A.): https://www.youtube.com/watch?v=Xpg84NjCr9c

 

Checkliste: Aufnahme eines Video-Statements mit dem Smartphone

Darauf solltest du bei der Aufnahme eines Videostatements achten:

  1. Licht: kein Gegenlicht, möglichst gute Ausleuchtung oder draußen bei Tageslicht filmen (bei Sonnenschein aber darauf achten, dass nicht die Augen zugekniffen werden müssen, weil es blendet); Bei Brillenträger*innen: Darauf achten, dass keine/ möglichst wenig Lichtreflexionen auf der Brille zu sehen sind.
  2. Umgebung: Wähle für die Aufnahme eine ruhige Umgebung mit wenig Störgeräuschen. Am besten nicht draußen aufnehmen, wenn es sehr windig ist oder viele Autos fahren etc.
  3. Kameralinse säubern
  4. Bei der Aufnahme "Flugmodus" einschalten, damit keine Anrufe oder Nachrichten die Aufnahme stören.
  5. Wenn du mehrere Videos filmst, achte auf ein einheitliches Format.
  6. Kameraposition: mittig zentriert, Kamera möglichst weit weg vom Gesicht (oben über dem Kopf etwas Platz und unten wenn machbar Bildausschnitt bis zum unteren Ende des Brustkorbs wählen); nicht von unten und nicht von oben filmen, sondern gerader Blick in die Kamera.
  7. Kamerastabilität: Nutze am besten ein Stativ oder eine feste Stüte, um wackelfrei filmen zu können.
  8. Hintergrund: Darauf achten, dass im Hintergrund keine störenden Details sind, die die Aufnahme am Ende schlimmstenfalls unbrauchbar machen (z.B. Werbeschriftzüge, Autokennzeichen, andere Personen, Privatnotizen oder -fotos, Mülleimer). Auch auf Kleinigkeiten achten, die später vielleicht irritieren können (z.B. Äste hinter dem Kopf, die wie ein “Geweih” aussehen o.ä.). Auch sollte sich die Kleidung der gefilmten Person vom Hintergrund abheben.
  9. Ton: Mache einen Aufnahmetest, um Lautstärkepegel und Raumklang (Hall) zu testen und ggf. nachzubessern.
  10. Statements werden direkt in die Kamera gesprochen. Vor und nach jeder einzelnen Sequenz sollte die Person jeweils 3 Sekunden schweigend in die Kamera blicken. Das erleichtert dir den Zusammenschnitt im Nachhinein, da es sicherstellt, dass der Clip nicht versehentlich zu spät einsetzt bzw. zu früh aufhört.

 

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