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Ausgabe 03 | 2026: Armut bekämpfen!

Liebe Leser*innen,

mal ehrlich: Welche Menschen haben Sie vor Ihrem inneren Auge, wenn der Begriff „Armut“ fällt? Einen Mann, der Sie in zerschlissener Kleidung um Kleingeld bittet? Eine Frau, die auf der Suche nach Pfandflaschen ihre Hand in einem Mülleimer hat? Eine Familie in einer viel zu kleinen, abgewohnten Wohnung im Hochhaus? Nicht unwahrscheinlich, denn das sind Bilder, die Armut in den Medien oft veranschaulichen sollen. Und es ist weder ganz falsch noch ganz richtig.

Laut Paritätischem Armutsbericht gelten über 13 Millionen Deutsche als arm beziehungsweise als armutsgefährdet. Zählt man die Belastung durch die Wohnkosten dazu, sind es sogar über 18 Millionen. Den wenigsten sieht man ihre finanzielle Situation tatsächlich an. Jenseits der plakativen und verzerrten Darstellungen ist Armut damit häufig unsichtbar, und somit sind arme Menschen auch oft ungehört.

Unser Verband möchte das schon lange ändern. Immer wieder versuchen wir, armutsbetroffenen Menschen eine Stimme und ein Gesicht zu geben, denn sie sind Expert*innen in eigener Sache. Gleichzeitig werden sie viel zu selten gehört, denn anders als große Wirtschafts- und Interessensverbände fehlt Armen logischerweise das nötige Geld, um lautstark mit großen Kampagnen auf sich aufmerksam zu machen. Und um das zu ändern, veranstalten wir als Paritätischer Gesamtverband in einer Woche gemeinsam mit der Diakonie und der NAK unseren Gipfel gegen Ungleichheit in Berlin-Kreuzberg. Hier treffen Wohlfahrt, Armutsbetroffene und Künstler:innen aufeinander und gehen in den Austausch.

Wahr ist aber auch: Es erfordert Mut, aufzustehen und zu sagen: "Ich bin arm!” Die Stigmatisierungen sind vielfältig. Die häufigste Erzählung ist sicher, dass man an seiner Armut selbst schuld ist. Man sei faul und ziehe das bequeme Leben mit Transferleistungen vor. Falscher kann ein Bild kaum sein. Schaut man sich die Bürgergeldstatistik an, steht nur ein gutes Drittel derer, die es beziehen, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Viele sind krank, pflegen daheim Angehörige und gehen arbeiten, müssen aber ihr geringes Gehalt „aufstocken“. Und wer Bürgergeld bezieht, muss sich trotzdem oft in den Behörden rechtfertigen oder sogar schikanieren lassen. Aber Vorurteile halten sich hartnäckig und schüchtern ein. Dagegen müssen wir und die Betroffenen sich wehren.

Das war auch der Aufhänger für dieses Magazin. Wir möchten an verschiedenen Beispielen aufzeigen, wie ärmere Menschen empowert werden können und wie wir als Wohlfahrtsverband sowie unsere Mitgliedsorganisationen dazu beitragen können. Dazu haben wir wieder einige Geschichten aus der Praxis sammeln können.

Ich wünsche viel Spaß bei der Lektüre.

Schwerpunkt

Aufstehen gegen Armut und Ohnmacht!

Die Tatsache, dass ärmere Menschen weniger Gehör finden, lässt sich wissenschaftlich belegen. Unser Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Rock erklärt dieses Phänomen.
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Schwerpunkt

Bühne frei für Geschichten, die das Leben mit Armut schreibt

Armutsgipfel vom Paritätischen und der Diakonie im Herbst 2026
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Schwerpunkt

„Das Schicksal der Menschen ist denen egal“

Wenn Jobcenter Rechte aushöhlen, wächst die Ungleichheit, sagt Harald Thomé. Ein Besuch bei Tacheles im Loher Bahnhof.
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Schwerpunkt

Obdachlos in die Oper?

Auch wohnungs- und obdachlose Menschen wollen Kunst und Kultur. Für sie sind die Hürden aber hoch. Wie der Zugang trotzdem gelingt, zeigen KulturLeben und Gangway in Berlin.
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Schwerpunkt

(Noch) keine Plattenmillionärin

Bernadette La Hengst muss als Musikerin immer mal wieder finanzielle Durststrecken durchstehen. Daraus schöpft sie auch Kraft für Ihre Kunst, die sie unter anderem mit ihrem Chor der...
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Schwerpunkt

Frauenpower in Gotha

Sich einen Job suchen, mal was unternehmen, andere Leute treffen. Das ist für viele migrantische Frauen leichter gesagt als getan. Das Projekt MY TURN „Gemeinsam stark – Migrantinnen starten...
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Schwerpunkt

Fische für alle!

Das FISH-Projekt in Namibia hilft unter anderem mit der Unterstützung von SODI in Deutschland Fischerinnen und Fischer vor Ort, sich und andere zu ernähren. Allen Jiji arbeitet vor Ort und...
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Schwerpunkt

Raus aus der Einsamkeit

Armut bedeutet mehr als materieller Verzicht, weiß Sirkka Jendis, Geschäftsführerin von Tafel Deutschland. Deshalb bieten viele Tafeln neben der Lebensmittelausgabe auch Projekte an, die...
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Schwerpunkt

Bessere Chancen durch SILKY4FUTURE

Zukunft braucht Chancengerechtigkeit. Ein Projekt stärkt junge Menschen in Baden-Württemberg.
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Schwerpunkt

Beratung zur Vermeidung von Pflegearmut

Pflegebedürftigkeit kann zum Armutsrisiko für Betroffene und Angehörige werden. Unser Referent Thorsten Mittag benennt die Probleme und sagt, was zu tun ist, um finanzielle Belastungen...
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Verbandsrundschau

Aus dem Gesamtverband

Eine Auswahl von Beiträgen aus unseren Fachabteilungen und der Presse aus den letzten Wochen.
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Sozialpolitik

Die Antwort auf deine Fragen

Wissensdatenbank des Bündnisses „Zusammen für Demokratie“
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Verbandsrundschau

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